23.11.2018 18:45 |

Digitale Zukunft

Kapfenberg: Voest investiert halbe Milliarde Euro

Nicht nur, weil gerade ein neues Edelstahlwerk gebaut wird: An den Kapfenberger Standorten der Voestalpine bleibt derzeit fast kein Stein auf dem anderen. Hauptgrund ist der Mega-Trend Digitalisierung. Tausende Mitarbeiter und 270 Lehrlinge werden geschult, ein neues Zentrum soll helle Köpfe aus aller Welt anziehen.

„In der Mur-Mürz-Furche werden Meilensteine in der Digitalisierung gesetzt, die international für Aufmerksamkeit sorgen.“ Mit diesem Satz impft Voestalpine-Vorstandsmitglied Franz Rotter der Region, die noch immer mit dem Krisen-Image der 1980er-Jahre kämpft, viel Selbstvertrauen ein.

„Wir sind voll im Zeitplan“
Er kann das am Beispiel Kapfenberg bestens belegen. Dort investiert alleine die Voestalpine eine halbe Milliarde Euro. Das große Leuchtturmprojekt ist natürlich das neue Edelstahlwerk, das 350 Millionen Euro kosten und 2021 eröffnet wird. „Wir sind voll im Zeitplan“, betont Rotter. 60 Prozent des Auftragsvolumens sind vergeben, weitere Großaufträge folgen bald.

Das Baufeld - mit einer 15 Meter hohen Stützmauer - ist in Kürze fertig. Noch heuer wird mit den Fundamenten der Halle begonnen. Das Werk soll in punkto Digitalisierung weltweit neue Maßstäbe setzen: So wird der ganze Produktionsprozess über einen zentralen Leitstand gesteuert.

Alle Bereiche virtuell simuliert
Auf die Mitarbeiter warten große Herausforderungen: In einem Schulungszentrum können im Vorfeld alle Bereiche virtuell simuliert werden, das Unternehmen rechnet mit einem Schulungsaufwand von mindestens 2500 Tagen. Bereits seit Februar geöffnet hat ein Digitalisierungszentrum, in dem Know-how - auch dank internationaler Experten - vorangetrieben wird.

Luftfahrtbranche sorgt für neue Höhenflüge
Künstliche Intelligenz, Oberflächen, die dank Sensoren beginnende Erosionen melden, und „schlaue Logistik“ sind nur einige Schlagworte. „Wir stehen an einer Zeitenwende“, sagte Rotter im steirischen Presseclub.

Dort präsentierte er weitere Investitionen in Kapfenberg, gerade in Hinblick auf die wachsende Luftfahrtbranche: So ermöglicht eine nagelneue Schmiedelinie die Herstellung von rotierenden Turbinenteilen, bei Böhler Aerospace geht 2019 eine neue Fertigung für Flugzeugstrukturteile in Betrieb.

Die Rohrpost gibt‘s noch immer
Für den 3D-Druck, wo es eine enge Kooperation mit Pankl gibt, werden extrafeine Metallpulver hergestellt. Und ein neues chemisches Labor ermöglicht die rasche, digitale Analyse von Materialproben. Nur deren interner Transport erfolgt altmodisch: mit der Rohrpost...

Jakob Traby
Jakob Traby
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