18.11.2018 13:34 |

Zu politisch

Anti-Palmöl-Spot wird in britischem TV verboten

Ein berührendes Video, das die Auswirkungen der übermäßigen Verwendung von Palmöl auf den Lebensraum von Orang-Utans zeigt, ist als TV-Spot in Großbritannien verboten worden. Eine Supermarktkette wollte den Clip (im Video auf Deutsch, veröffentlicht von Greenpeace) zur Weihnachtszeit zeigen, doch die zuständige Prüfstelle untersagte die Ausstrahlung. Der Inhalt sei zu politisch und verstoße daher gegen die Werbevorschriften, so die Begründung.

Die Supermarktkette Iceland hatte angekündigt, dass in ihrem Sortiment keine Produkte mehr geführt werden sollen, die Palmöl enthalten. Aufgrund der großen Nachfrage nach dem Fett, dass in Lebensmitteln und Kosmetika eingesetzt wird, werden in Indonesien riesige Waldflächen zerstört, um dort Anbaugebiete zu schaffen.

Um Bewusstsein für dieses Umweltproblem zu schaffen, ließ Greenpeace ein Video produzieren, das den kleinen Orang-Utan „Rang-tan“ zeigt, der in einem Kinderzimmer wütet. Durch die Schaffung von Palmölplantagen in seiner Heimat habe er sein Zuhause verloren, erklärt er dem kleinen Mädchen, dessen Zimmer von dem Tier heimgesucht wird.

Wirbel um Verbot macht Comic erst recht berühmt
Dieses Video wollte auch Iceland als Werbevideo verwenden. Die Firma ist zwar nicht für ein komplettes Verbot von Palmöl, sie wolle sich jedoch nicht mehr an der Zerstörung des Regenwaldes beteiligen. Der kritische Clip ist nun „zu politisch“ und wird jetzt nicht über die Fernsehbildschirme flimmern - doch gerade durch dieses Verbot erhielt der Spot viel Aufmerksamkeit und wurde zu einem Hit im Internet. Unter dem Hashtag #OoPalmoilChristmas fordern viele User, dass die Ausstrahlung erlaubt wird. Es gibt auch eine eigene Petition dafür.

Greenpeace: "Jeden Tag verlieren wir 25 Orang-Utans“
Auch Greenpeace begrüßt die Diskussion: „Jeden Tag verlieren wir 25 Orang-Utans. Denn der Lebensraum von diesen und vielen anderen Tieren ist unter anderem wegen der Palmöl-Produktion bedroht. Riesige Regenwaldflächen werden zerstört“, erklärt Lukas Meus, Waldexperte bei Greenpeace in Österreich.

„Daher ist es gut, dass eine Diskussion über das Video-Verbot entfacht ist. Greenpeace setzt sich mit aller Kraft gegen Palmöl aus Regenwaldzerstörung ein - ob mit Videos auf Social Media oder mit mutigen Aktionen auf den Meeren wie derzeit auf einem Palmöl-Frachter“, erklärt der Umweltschützer und verweist auch auf eine Greenpeace-Petition gegen schmutziges Palmöl, an der sich kritische Kosumenten beteiligen können. 

Bei dem friedlichen Protest auf einem Frachter, der Palmöl transportierte, wurden erst vor Kurzem sechs Aktivisten von Greenpeace vor der Küste Spaniens vom Kapitän festgenommen. Sie besetzten das Schiff und hängten ein Transparent mit der Aufschrift „Schützt unseren Regenwald“ auf. 

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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