07.11.2018 08:00 |

In Kufstein

Kongresstage über Zukunft ohne fossile Energie

Unter dem Motto „Greening the Strategies“ treffen sich seit Dienstag bis einschließlich Mittwoch mehr als 300 Biomasse-Experten aus ganz Österreich im Stadtsaal Kufstein. Ziel des 21. Biomassekongresses ist es herauszuarbeiten, wie ein Ausstieg aus fossilen Energien in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden kann.

Die politischen Weichen für einen weiteren Ausbau von erneuerbaren Energieträgern wurden mit Beschluss der Bundesregierung unter dem Titel „Mission 2030“ gestellt. Laut dem Präsidenten des Österreichischen Biomasseverbands, Franz Titschenbacher, spielt die Bioenergie in allen Energiewendeszenarien die entscheidende Rolle. „Bereits mittelfristig könnte die Biomasse das Erdöl und Erdgas als bedeutendste Energieträger überholen, da das Heizen mit Holz die mit Abstand effizienteste Methode zum Einsparen von CO2 ist“, erklärte er.

Auch ein moralisches Problem
Für den Präsidenten des Dachverbands „Erneuerbare Energie Österreich“, Peter Püspök, ist die Öl- und Gaswirtschaft nicht nur politisch, sondern auch moralisch ein Problem: „Für mehr als 10 Milliarden Euro importieren wir Jahr für Jahr Öl und Gas aus Ländern, deren Werte wir nicht teilen.“

Generalsekretär Josef Plank vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus informierte, dass Tirol mit 45 Prozent bei erneuerbaren Energien dem Bund mit 33,5 Prozent beim Bruttoendenergieverbrauch voraus sei.

Seit 2009 werde der Stromverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist, der Rest von Österreich könne hier 72 Prozent vorweisen. Schlechter als in jedem anderen Bundesland hätten sich jedoch die Treibhausgasemissionen entwickelt. Diese seien in den vergangenen 28 Jahren um 10 Prozent gestiegen.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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