Fr, 16. November 2018

Schlimme Schicksale

03.11.2018 15:45

Steirer mit Herz retten geschundene, arme Esel

In Hinterhöfen ein tristes Dasein fristend, als „lustiges“ Geschenk missbraucht: Man muss nicht ins Ausland schauen, um arme Esel zu finden, sagen zwei Steirer, die ihr ganzes Herzblut der Rettung dieser Tiere widmen. Die „Krone“ holt Ulrich und Elke Kettner vor den Vorhang.

Ulrich Kettner ist ein g’standenes Mannsbild, wenn man das so formulieren darf - aber manchmal, da kämpft sogar er mit den Tränen. „Wenn du so ein Geschöpf siehst, so eine geschundene Seele, misshandelt, halb verhungert, ohne Ansprache oder medizinische Versorgung - manchmal hältst du es einfach nicht aus, dass Menschen Tiere so behandeln.“

Aber Mitleid allein hilft nicht. Der Leobner, seine Frau Elke und ihr Team von der Eselrettung Österreich handeln. Sofort. Kompromisslos. Wir treffen sie, da sind sie gerade erschöpft von einem mühsamen Transport gekommen, um einen Esel zu retten.

„Sonst stech ich ihn ab“
„,Holt’s ihn, sonst stech’ ich ihn ab‘, hat der Besitzer zu uns gesagt. Und das, nachdem das Tier sein Leben lang entweder mit den Kühen draußen war und durch das Gras an ,Rehe‘ erkrankt ist (Anm.: eine schrecklich schmerzhafte Hufkrankheit) oder gemeinsam mit ihnen im Stall angebunden war. Er war übersäht mit Wunden durch die Hörner. Eine Kuh hatte ihn so getreten, dass sein Kiefer brach und dann so wieder zusammenwuchs, dass er nie mehr richtig kauen wird können.“

Zum ersten Mal im Leben keine Angst
Heute ist der Esel bei den Kettners. Er hat zu fressen, er hat Auslauf, er hat Artgenossen. Er hat keine Angst. Vielleicht das erste Mal in seinem Leben. So wie viele andere der 81 Langohren.

Ulrich Kettner macht das Ganze neben seinem beanspruchenden Job. Er hält die Weiden in Ordnung, schaut täglich nach den Tieren, mäht, macht Heu. Verhandelt zäh mit Leuten, die ihr Tier zwar schlecht behandeln, aber auch nicht hergeben wollen, und wenn, dann nur zu einem unverschämt hohen Preis.

Bis zum Bauch im Kuhdreck
Ulrich und seine Frau haben schon alles gesehen. Den Muli, der bis zum Bauch im Kuhdreck gestanden ist. Esel, die in Waschküchen oder in Garagen auf Beton gehalten wurden, ohne jemals ein Stück Wiese oder das Licht der Sonne zu erblicken, geschweige denn, dass sie Ansprache haben. „Dabei sind gerade sie Lebewesen, die sich so sehr nach ,ihren‘ Menschen sehnen.“

Ulrich Kettner sagt es deutlich: „Man schimpft oft auf Mittelmeerländer, weil Esel dort vielfach unter jeder Kritik gehalten und geschunden werden. Aber das gibt es leider auch bei uns.“ Oft ist pure Dummheit der Grund. Wie bei jenen Steirern, die einen Esel rosa angemalt, ihm rechts und links zwei Bierkisten umgehängt und einen Kollegen zum Geburtstag geschenkt haben. Und sich köstlich darüber amüsierten, dass der nicht einmal einen Balkon hat. Kettner: „Das unüberlegte Verschenken von Tieren ist besonders schlimm.“

Jeder Euro fließt für die gute Sache
Der Obersteirer vergibt auch Esel, aber nur auf lebenslange Superplätze. Sie finden sie auf der Homepage und im tollen Kalender für 2019, der gerade verkauft wird. Aber Achtung: Jeder einzelne der putzigen Langohren ist zum Verlieben

Die Kettners retten Esel, lassen sie behandeln, päppeln sie auf, resozialisieren. Auf eigene Kosten, da fließt jeder Euro für die gute Sache. Wenn Sie helfen möchten - hier kommt es an: AT142081500041699117. Mehr Informationen finden Sie hier.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
Eva Blümel
Eva Blümel

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