Mo, 19. November 2018

Keine Handaufzucht

18.10.2018 07:25

EGS kümmert sich um kleine Feldhasen-Waisen

Vor kurzem hat eine Dame aus Dörfles im Bezirk Gänserndorf zwei kleine Feldhasen in die von „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) gebracht. Beim Umackern ihres Feldes hatte ein Arbeiter die Kleinen gefunden, die erst ca. eine Woche alt sind. Nun kümmert sich EGS-Tierpflegerin Birgit um sie.

Sie achtet dabei, so wenig Körperkontakt wie möglich herzustellen, um eine Fehlprägung auf den Menschen zu vermeiden. Nur dann können die Tiere nach einer gewissen Zeit auch wieder ausgewildert werden. „Feldhasen-Mütter lassen ihre Kleinen in der Regel fast den ganzen Tag alleine, bevor sie wieder auftauchen, um sie zu füttern. Sie bleiben aber immer nur kurz“, erklärt Expertin Brigitte Kopetzky. „Für uns Menschen ist das nicht ganz so einfach – wenn man bedenkt, wie herzig und flauschig diese Tiere sind.“ Tierpflegerin Birgit füttert die kleinen Feldhasen übrigens drei Mal am Tag.

Alleingelassene Feldhasen-Jungtiere nicht mitnehmen!
Für viele Menschen ist es vielleicht überraschend, dass auch im Herbst noch junge Feldhasen in der Natur zu sehen sind. Kopetzky: „Bei guten Witterungsverhältnissen können Häsinnen fast das ganze Jahr über Junge bekommen. Das Fell der Kleinen ist von Geburt an genauso dicht wie das der Eltern. Man braucht also keine Sorge haben, dass sie frieren. Vielmehr lässt man sie unbedingt sitzen, denn sie werden von der Mutter ohnehin bestens versorgt.“ Ein kleiner Feldhase braucht nur dann Hilfe durch eine kompetente Wildtierstation, wenn

  • er sichtbar verletzt oder krank ist
  • die Mutter nachweislich verunglückt ist oder
  • er von einer Katze oder einem Hund gebracht wurde und der Fundort nicht mehr feststellbar ist

Ein spezieller Fall waren auch die zwei kleinen Feldhasen, die gerade in der EGS betreut werden, denn sie hätten in dem umgepflügten Feld nicht überlebt. „Ansonsten soll man die Kleinen bitte sitzen lassen und sich ruhig entfernen“, betont „Vier Pfoten“-Expertin Kopetzky. Mehr Infos gibt es auf der Website der EGS.

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