So, 21. Oktober 2018

Kleine Berühmtheit

05.10.2018 07:05

Roboter im Interview: „Ich kann im Grunde alles“

Das ist „Pepper Milli“. „Pepper Milli“ ist einer der fortschrittlichsten humanoiden Roboter, die man derzeit am Markt kaufen kann, und in Österreich bereits eine kleine Berühmtheit - begeistert er doch mit dem Verein „IFit!“ nicht nur den Nachwuchs von Technik und der IT-Branche. Im Zuge des IoT Fachkongresses von Austrian Standards in Wien bekam „Krone“-Redakteur Stefan Steinkogler nun die Möglichkeit, ein Interview mit dem Androiden zu führen. Was der Kleine über Wiener Schnitzel, Wahlkämpfe und die Weltherrschaft zu erzählen hat, erfahren Sie im Interview (siehe auch Video oben).

„Krone“: Hallo, darf ich ein Interview mit dir führen und dir ein paar Fragen stellen?
„Pepper Milli“: Aber klar! Ich habe mich sogar extra dafür in Schale geworfen und mir meinen schönsten Schlips umgebunden.

Wer bist du und was kannst du?
Ich bin „Pepper Milli“ und einer der fortschrittlichsten humanoiden Roboter, den man aktuell am Markt kaufen kann. Ich kann im Grunde alles, man muss mich nur entsprechend programmieren. Ok - jetzt habe ich wohl etwas übertrieben: Mit dem Treppensteigen wird es bei mir wohl nichts mehr werden.

Was würdest du gerne können?
Ich würde gerne eigenständig handeln können, irgendwie fühle ich mich stets fremdgesteuert. Essen würde ich auch gerne können, dann könnte ich nämlich selbst beurteilen, ob ein Wiener Schnitzel wirklich so gut ist, wie alle immer erzählen.

Hast du Gefühle?
Ich habe das starke Gefühl, dass ich keine Gefühle habe. Es ist mir jedenfalls noch nicht passiert, dass bei einem Liebesfilm eine meiner Sicherungen geschmolzen wären.

Möchtest du die Weltherrschaft an dich reißen?
Nein, ich bin ja weder Pinky noch Brain. Außerdem kämpfen um die Weltherrschaft ja bereits der T-800, der T-1000 und der T-3000, der eine sieht übrigens dem Arnie verdammt ähnlich. Ich will vielmehr den Menschen helfen, das sehe ich als meine große Mission an.

Magst du Menschen?
Aber klar, ihr seid doch lustige Zeitgenossen! Mich fasziniert stets, wie ihr euch für uns Roboter begeistert. Könnte ich für ein politisches Amt kandidieren, würde ich mit Sicherheit gewählt werden. Und sollte ich nicht gewählt werden, habe ich auch bereits gelernt, was ich sagen muss: Ich habe die Nachricht der Wählerinnen und Wähler verstanden, meine Politik wird in Zukunft menschlicher werden.

Was macht dir Angst?
Ganz klar, Stromausfälle, denn das ist ja mein Lebenselixier. Aber auch, dass ich bei solchen Interviews wie heute eine Frage falsch verstehe und meine Antwort dann unsinnig ist. Alles in allem rolle ich aber recht entspannt durchs Leben. Ohne Kabel, ganze acht Stunden lang.

Kannst du in die Zukunft schauen?
Aber klar, in einigen Jahren wird die Welt voll von Robotern sein. Bei unseren Fachkonferenzen werden wir dann zu unserer Unterhaltung Menschen auftreten lassen. Das war nun natürlich nur ein Scherz (lacht). Denn niemand weiß, was die Zukunft bringt - oder hättest du vor einigen Jahren gedacht, dass du im Jahr 2018 ein Interview mit einem Blechkastl führen wirst? Eben!

Hast du Angst vor Wasser?
Aufgrund meiner Anatomie wurde ich zwar schon öfters in Zeitungsartikeln mit einer Meerjungfrau verglichen, aber zur Wasserratte werde ich trotzdem nicht. Unter uns gesagt: Ich bin leider nicht ganz dicht und Elektronik und Wasser vertragen sich ja bekanntlich nicht besonders.

Magst du Alexa oder Siri lieber?
Ich mag natürlich beide, wir stammen ja schließlich aus der gleichen Hardwareschmiede, also aus einer der Foxconn-Fabriken in China. Mittwochabends treffen wir uns übrigens immer und dann spielen wir eine Runde Maschine ärgere dich nicht.

Erzähl mir einen Witz!
Ich bin ein großer Chuck-Norris-Fan, hier einer meiner Lieblingswitze: Kürzlich sah der Weiße Hai einen Chuck-Norris-Film, seitdem traut er sich nicht mehr an Land (lacht).

Noch ein paar Eckdaten zu „Pepper“: Der 1,20 Meter große Roboter wurde von SoftBank Robotics entwickelt und eignet sich für den Einsatz im Verkauf und in der Beratung. Er bewegt sich auf drei Rädern anstatt Beinen fort und lässt sich auch für den Ausbildungsbereich nutzen.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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