30.12.2009 10:03 |

Scheuch dagegen

Diskussion um Minarett in Kärnten geht weiter

Die Zukunftspläne der Kärntner Muslime, ein Minarett zu errichten, sorgen für Gesprächsstoff. "Das Minarett soll keineswegs für Provokation sorgen. Im Gegenteil: Wir wollen ein friedliches Zusammenleben", so Esad Memic, Sprecher der Kärntner Muslime. FPK-Landesobmann Uwe Scheuch, der auf das Minarettverbot verweist, lehnt die Pläne ab.
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In zwölf Gebetsräumen versammeln sich muslimische Gläubige in Kärnten regelmäßig zum Gebet. Ein Minarett gibt es noch nicht. Trotz Kärntner Bauordnung, die ja die Errichtung von Minaretten nicht zulässt, und trotz fehlender finanzieller Mittel suchen die Vertreter der 18.000 Moslems in Kärnten einen Kompromiss für die Zukunft.

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"Unser Glaube soll nicht in Hinterhöfen und versteckten Räumen stattfinden. Außerdem möchten wir offen auf die Menschen in Kärnten zugehen", beschreibt Esad Memic, Sprecher der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Kärnten, die Beweggründe. Er ist in Kärntner Kirchenkreisen übrigens sehr anerkannt.

Memic: "Minarette derzeit noch kein Thema für uns"
Provozieren wolle man auf keinen Fall, betont Memic. Und er räumt ein: "Minarette sind derzeit noch kein Thema für uns, wir haben andere Prioritäten wie etwa die Integration und den Dialog in Kärnten."

FPK-Landesobmann Uwe Scheuch will den Zukunftsplänen der Kärntner Moslems sogleich einen Riegel vorschieben. Im Ortsbildpflegegesetz sei das Bauverbot in Kärnten genau geregelt. Minarette seien "ein Signal für das Entstehen von Parallelgesellschaften". Und das wolle er verhindern, so Scheuch. SPÖ-Klubchef Herwig Seiser kontert auf den Vorstoß des FPK-Chefs: "Da werden wieder Ängste auf Kosten einer Minderheit geschürt."

Memic: Negative Einzelfälle werden gelöst
Dass es viele Vorurteile in der Bevölkerung gibt, habe wohl "mit den internationalen Terroranschlägen zu tun, die wir aber selbst scharf verurteilt haben", betont Memic. Freilich gebe es unter den 18.000 Moslems in Kärnten negative Einzelfälle. Memic: "Diese gibt es aber in jeder Glaubensrichtung. Treten Probleme auf, werden sie sofort durch die Behörden gelöst – ohne jede Toleranz."

Bischof Alois Schwarz steht den Plänen für das Minarett neutral gegenüber. Unter Einhaltung der Rechtsordung sei er nicht dagegen. Auch Kärntens Evangelische zeigen sich unaufgeregt: "Ob der Muezzin ruft oder die Kirchenglocken läuten, ist egal", so Helga Duffek, Superintendentialkuratorin der Diözese Kärnten.

von Christian Rosenzopf, "Kärntner Krone"

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