Mo, 17. Dezember 2018

Wegen Geldproblemen

20.09.2018 06:00

Neun Tage altes Baby für 38 Euro verkauft

Weil sie zu wenig Geld besaß, um ein Kind großzuziehen, verkaufte eine Mutter in Russland ihr neun Tage altes Baby für 3000 Rubel (rund 38 Euro). Ein Überwachungsvideo filmte die 25-Jährige bei der Übergabe am Flughafen Omsk.

Inna Petrova scheint die letzten kostbaren Sekunden mit ihrem kleinen Mädchen zu zählen. Nervös geht sie auf und ab, gibt dem Neugeborenen, das in eine pinke Wolldecke gewickelt ist, einen letzten Kuss. Dann erscheint Natalia Zhdanova, eine 43-jährige Lehrerin, die mit einer Begleiterin von St. Petersburg angereist ist, um das Baby abzuholen. Die gefälschten Geburtsurkunden für den Security-Check hat sie bereits dabei. Viel Zeit für die Übergabe bleibt allerdings nicht, da das Flugzeug für den Rückflug bereits in den Startlöchern steht. Zhdanova schaut öfter auf die Uhr, dann nimmt sie das Baby und verschwindet. So sieht man es auf dem Video, das nun von den russischen Behörden veröffentlicht worden ist.

„Finanzielle Situation war aussichtslos“
Gegenüber Ermittlern meinte Mutter Petrova später, sie wünschte, sie könnte die Uhr zurückdrehen. Doch zu diesem Zeitpunkt schien die finanzielle Situation für die arbeitslose Mutter aussichtslos. Auch von ihrer Familie erhielt sie keine Unterstützung. 

„Natürlich war es schwer, das Kind wegzugeben“, so Petrova. Sie meinte, dass sie das Kind zwar in ein Waisenheim hätte bringen können, entschied sich aber dafür, das Baby der 43-Jährigen zu überlassen, obwohl sie diese zuvor nie getroffen hatte. „Sie meinte, sie will mir helfen und einen Job für mich in St. Petersburg finden“, erklärte die 25-Jährige.

Anzeige im Netz veröffentlicht
Für die 43-jährige „Käuferin“ schien Petrovas Situation die ideale Gelegenheit zu sein, um ein Baby zu adoptieren: Sie war laut Ermittlern „verzweifelt“ auf der Suche nach einem Kind, das sie großziehen kann. Nachdem ihr erwachsener Sohn das Haus verlassen hatte, fürchtete sie sich davor, einsam zu sein. Im Netz veröffentlichte sie deshalb vergangenes Jahr eine Anzeige mit den Worten: „Hallo alle zusammen! Mein Mann und ich hätten sehr gerne ein Baby im Alter von 0 bis 3 Monaten. Alle Dokumente zur Annahme sind fertig. Bitte senden Sie eine private Nachricht für Details.“ Inna, die zu der Zeit nach einer kurzen Beziehung schwanger geworden war, antwortete: „Bitte nimm es, ich bin nicht in der Lage, sie großzuziehen, keine Chance.“

Beide Frauen wurden festgenommen und sitzen mittlerweile in U-Haft. Ihnen drohen wegen Verstoß gegen das russische Kinderhandelsgesetz bis zu zehn Jahren Haft.

 krone.at
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