Do, 20. September 2018

Schneller als gedacht

14.09.2018 11:23

EU-Kommission: Ende für Zeitumstellung schon 2019!

Das Ende der Zeitumstellung könnte schneller als gedacht kommen: Die EU-Kommission spricht sich für eine Abschaffung bereits mit 2019 aus und folgt damit dem Vorschlag ihres Präsidenten Jean-Claude Juncker. Der Plan sieht dabei folgendermaßen aus: Am 31. März 2019 würden das letzte Mal die Uhren in den EU-Staaten verpflichtend umgestellt. Beim nächsten Termin, dem 27. Oktober 2019, wäre die Zeitumstellung für die Mitgliedstaaten dann schon freiwillig. Danach soll es keine weiteren Umstellungen zwischen Sommer- und Winterzeit geben.

Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, benötigt es nun noch die Zustimmung des EU-Parlaments und der einzelnen Mitgliedsstaaten. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc erklärte am Freitag, sie habe bereits mit dem österreichischen Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) über das genaue Prozedere gesprochen. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovics, erklärte, die „Botschaft, die wir heute aussenden, ist ganz klar: Es ist an der Zeit, nicht mehr mit der Zeit herumzupfuschen.“

Mehr Zeitzonen innerhalb der EU drohen
Mit der Lösung, dass sich letztendlich jeder Mitgliedstaat für die Sommer- oder Winterzeit entscheiden kann, drohen aber freilich auch Koordinationsschwierigkeiten. So könnte etwa Deutschland die Sommerzeit wählen, Österreich die Winterzeit, Belgien die Sommerzeit und die Niederlande wiederum die Winterzeit. Bulc erklärte dazu: „In der Theorie gibt es viele Möglichkeiten. Ja, in der Theorie wäre das möglich.“ Man werde natürlich immer den Willen der Staaten respektieren. Gleichzeitig sei aber auch der Rat aufgefordert, „Lösungen zu finden, die für die Nachbarländer sinnvoll sind“.

EU-Umfrage führt zu klarem Ergebnis
In einer EU-Online-Umfrage hatten sich mehr als 80 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung abzuschaffen. Was die Beteiligung betrifft, lag Österreich - gemessen an der Bevölkerungsgröße - an zweiter Stelle hinter Deutschland. Laut dem offiziellen Ergebnis nahmen in Deutschland 3,79 Prozent der Bevölkerung an der Umfrage teil, in Österreich 2,94. Schlusslicht ist Großbritannien mit nur 0,02 Prozent Beteiligung.

Das sagen die Österreicher zur Abschaffung der Zeitumstellung:

In Österreich war eine Mehrheit von 77 Prozent für ein Ende der Zeitumstellung, in der gesamten EU waren es 84 Prozent. Nur in Zypern und Griechenland sprachen sich Mehrheiten (53 und 56 Prozent) für die Beibehaltung der Zeitumstellung aus.

Sommerzeit 1973 wegen der Ölkrise eingeführt
Die Sommerzeit wurde 1973 im Zuge der Ölkrise eingeführt, um Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Die erste Sommerzeit führte damals Frankreich ein. In den folgenden Jahren gab es quer durch Europa unterschiedliche Umstellungssysteme. Mit dem Zusammenschluss zur Europäischen Union wurde dieser Umstand beseitigt. Seit 1998 gibt es unter den EU-Mitgliedsstaaten einen harmonisierten Zeitpunkt: Die Uhren werden dabei immer am letzten Sonntag im März vor und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurückgestellt.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.