Do, 20. September 2018

43 Menschen starben

03.09.2018 10:25

Simulation: So stürzte die Genua-Todesbrücke ein

Warum mussten 43 Menschen sterben, und wer ist schuld daran? Nach der Brücken-Katastrophe von Genua bewegt diese Frage noch immer ganz Italien. Ein Grafikkünstler stellte nun in einer Simulation fünf unterschiedliche Versagensmöglichkeiten dar, die zu dem Drama geführt haben könnten. Anhand der unterschiedlichen Trümmerbilder könnten so Rückschlüsse auf die Einsturzursache gemacht werden.

Zwar gehen Experten von einem möglichen Riss eines Tragseils aus, der genaue Verlauf des Einsturzes ist aber nach wie vor ungeklärt. Aus gegebenem Anlass veröffentlichte ein Grafikkünstler deshalb ein Video, das unterschiedliche Simulationen des Brückeneinsturzes zeigt. „Die ersten vier sind jeweils der Abriss eines der Tragseile, was die Brücke aus dem Gleichgewicht gebracht haben könnte. Der letzte Test zeigt eine Überlastung der Brücke, wie sie zum Beispiel durch sich ansammelndes Regenwasser auf und/oder innerhalb der Brücke hätte auftreten können“, so der Künstler von Kostack Studio.

In Szenario Nummer eins ist zu sehen, wie das Südostkabel reißt:

Szenario Nummer zwei stellt dar, was passiert, wenn das Nordostkabel reißt:

Ein Versagen des Nordwestkabels zeigt Szenario Nummer drei:

In der vierten Darstellung ist zu sehen, wie schließlich das vierte Kabel im Südwesten reißt:

Szenario Nummer fünf zeigt den Einsturz der Brücke bei Überlastung, wie es durch sich ansammelndes Regenwasser der Fall sein hätte können:

Zudem erklärt der Grafikkünstler in einem Clip, dass anhand der Trümmerbilder Rückschlüsse über den tatsächlichen Verlauf möglich seien.

Restliche Brücke soll abgerissen werden
Die übergebliebenen Reste der eingestürzten Autobahnbrücke könnten schon in einem Monat abgerissen werden. Der Abbruch des östlichen Rumpfes sollte einen Tag lang dauern und mittels Sprengstoff erfolgen, berichtete der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toti, nach Medienangaben.

43 Lampen sollen an Verstorbene erinnern
Das Polcevera-Viadukt, auch Morandi-Brücke genannt, war am 14. August während eines Unwetters eingestürzt. 43 Menschen kamen ums Leben. Die Autobahngesellschaft Autostrade per l‘Italia, Betreiberin der vierspurigen Brücke, erklärte sich bereit, den Stararchitekten Renzo Piano zu treffen, der der Region Ligurien einen Plan für einen neuen Viadukt geschenkt hat. Seine Idee für eine Ersatzbrücke in der ligurischen Hafenstadt sieht 43 Lampen vor, die an jeden einzelnen Toten erinnern sollen. Der 80-Jährige, der ursprünglich aus Genua kommt, hatte am Dienstag seinen Plan für eine neue Brücke präsentiert.

 krone.at
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