So, 23. September 2018

Katastrophe von Genua

17.08.2018 15:33

Brücke möglicherweise wegen Seilriss eingestürzt

Drei Tage nach der Brücken-Katastrophe von Genua, bei der am Dienstag mindestens 38 Menschen starben, haben Experten eine Theorie entwickelt, warum es zu dem Einsturz kam. Antonio Brencich, Professor für Stahlbetonbau und Mitglied einer vom italienischen Verkehrsministerium eingesetzten Unfallkommission, erklärte am Freitag, es sei „eine ernste Arbeitshypothese“, dass ein Tragseil gerissen ist. Unterdessen sind erste Anrainer, die vom Unglücksort evakuiert worden waren, wieder in ihre Häuser zurückgekehrt (siehe Video oben).

Laut Brencich existieren Zeugenaussagen und Videos, die einen Seilriss vermuten ließen. Dagegen schloss er eine Überlastung der Brücke als Grund aus. „Der Regen, der Donner, die Überlastung sind fantasievolle Hypothesen, die nicht einmal in Erwägung gezogen werden.“

Das vierspurige, etwa 1200 Meter lange Polcevera-Viadukt in Genua setzt sich aus drei Einzelbrücken zusammen, von denen eine am Dienstag einstürzte. Die von den Pylonen zum Fahrbahnträger reichenden Stahlseile sind in eine Betonummantelung eingeschlossen, die vor Korrosion schützen soll.

Video: Flug über die Todesbrücke von Genua

Studie wies bereits 2017 auf Schwächen an den Seilen hin
Die Zeitung „La Repubblica“ schrieb am Freitag, dass eine Studie des Polytechnikums Mailand schon 2017 Schwächen an den Seilen aufgezeigt habe. Die Zeitung zitierte außerdem Augenzeugen des Unglücks, die gesehen hätten, wie die Spannseile nachgaben. „Ich war am Steuer meines Autos und habe gesehen, wie die Seile an der Seite nachgaben. Gleich danach begann der Asphalt unter mir zu zittern wie bei einem Erdbeben“, sagte eine Zeugin.

Noch immer 20 Menschen vermisst
Noch immer werden bis zu 20 Menschen vermisst, Rettungskräfte suchen in den tonnenschweren Trümmern nach weiteren Opfern. Feuerwehrleute löschten einen Brand in einem Lagerhaus unter der Brücke, der wohl durch einen Funken bei Metallschneidearbeiten beim Abräumen von Trümmern entstanden war.

 krone.at
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