Mi, 19. September 2018

Großeinsatz im Schutt

14.08.2018 18:26

Plötzlich war die Brücke weg: 35 Tote in Genua

Rund 35 Menschen sind beim verheerenden Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua am Dienstag ums Leben gekommen. Diese Zahl meldete Innenminister Matteo Salvini am späten Nachmittag, der gleichzeitig von zahlreichen Schwerverletzten sprach. Es sei zu befürchten, dass die Zahlen weiter steigen, sagte der italienische Vizeverkehrsminister Eduardo Rixi. Die vierspurige Morandi-Brücke im Westen der Stadt war gegen Mittag auf einer Länge von rund 200 Metern eingestürzt und hatte dabei Autos und Lastwagen mit in die Tiefe gerissen. Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli sprach auf Twitter von einer „immensen Tragödie“.

In der zur A10 gehörenden Brücke klafft nun eine riesige Lücke. Italienische Medien berichteten, dass sie auf einer Länge von rund 200 Metern eingestürzt sei. Laut Feuerwehr stürzten die Trümmer auf Bahngleise. Bei dem unter der Brücke liegenden Stadtteil handelt es sich um ein von Industrie und Gewerbe geprägtes Gebiet. Die Rettungskräfte waren im Großeinsatz, Retter suchten mit Spürhunden nach weiteren Opfern.

Stehen Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Einsturz?
Ob Bauarbeiten, die zum Zeitpunkt der Tragödie gerade im Gange waren, mit dem Unglück zu tun haben, bleibt abzuwarten. Wie die Betreibergesellschaft Autostrade per Italia am Dienstag auf ihrer Homepage mitteilte, sei an der Sohle des Polvecera-Viadukts gerade gearbeitet worden. Auf der Brücke selbst sei ein Baukran gestanden. Der Zustand der Brücke sowie der Fortgang der Renovierung seien allerdings immer wieder kontrolliert worden. Erst wenn ein gesicherter Zugang zur Unfallstelle möglich sei, könne Näheres über die Ursachen des Einsturzes gesagt werden, teilte das Unternehmen weiter mit.

„Immense Tragödie“
Verkehrsminister Toninelli sprach von einer „immensen Tragödie“. „Ich beobachte mit größter Besorgnis, was in Genua passiert ist“, schrieb der Politiker auf Twitter. Innenminister Salvini von der rechtspopulistischen Lega dankte den Rettungskräften für ihren schnellen Einsatz.

Das Polcevera-Viadukt, das umgangssprachlich nach seinem Planer Riccardo Morandi benannt ist, ist eine innerstädtische Autobahnbrücke mit einer Gesamtlänge von 1182 Metern. Die Schrägseilbrücke im Westen der Stadt wurde 1967 fertiggestellt. Sie bildet den Beginn der A10 von Genua nach Ventimiglia, die entlang der italienischen Riviera durch Ligurien bis zur französischen Grenze verläuft.

 krone.at
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