So, 16. Dezember 2018

„Krone“-Interview

01.09.2018 06:00

Löger: „Wir steuern Richtung Österreich AG“

Finanzminister Hartwig Löger (FPÖ) spricht im „Krone“-Interview von seiner Forderung nach stärkerem Einfluss bei Telekom, Casinos Austria & Co.

Während die Experten im Finanzministerium intensiv an der geplanten Steuerreform werken, zeichnen sich weitere spannende Entwicklungen ab: Finanzminister Hartwig Löger will die Bundesbeteiligungen an die kurze Leine nehmen und dort den Einfluss des Staates verstärken. Im Klartext: Der Staat ist an Firmen wie Telekom Austria, an den Casinos Austria, an der Post, OMV, Verbund, BIG etc. beteiligt - das meiste davon war in der ÖBIB zusammengefasst. Das soll sich bald grundlegend ändern. Der endgültige neue Name steht noch nicht fest, aber die Richtung ist bereits klar.

Finanzminister Löger im „Krone“-Interview, das Georg Wailand mit ihm in Alpbach führte: „Wir steuern Richtung Österreich AG, wir wollen die ÖBIB-Nachfolgefirma als Aktiengesellschaft aufstellen und wir streben in jedem Aufsichtsrat nach Möglichkeit den Vorsitz an.“ Erste Schritte in diese Richtung sind z. B., dass der neue Telekom-Austria-General ein Österreicher ist und dass bei den Casinos Austria der tschechische Partner erkannt hat, dass es dem Finanzminister mit dem stärkeren österreichischen Einfluss ernst ist. Im Aufsichtsrat gibt es schon den Vorsitz für die Österreicher, auch im Vorstand könnten sie bald die führende Rolle spielen.

Das ist eine offensive „Austria first“-Strategie, zu der sich der Minister auch bekennt: „Erstens sind wir das dem Steuerzahler schuldig, und zweitens sind das wichtige Unternehmen für den Standort, für die Beschäftigung, für das Steueraufkommen und für eine künftige Expansion.“

„Österreich AG“ soll Start-ups Risikokapital leihen
Zusätzlich zur angepeilten „Österreich AG“ soll es künftig auch einen Staatsfonds geben. Dieser könnte z. B. aus den Erträgen der „Österreich AG“ gespeist werden und unternehmerische Beteiligungen, eventuell auch nur auf Zeit, eingehen. Löger: „Innovative Start-ups wachsen anfangs schnell, aber die Finanzierungsprobleme kommen meist erst in der zweiten oder dritten Expansionsetappe. Da könnte der Staatsfonds eine konstruktive Rolle spielen, weil in Österreich Risikokapital eher Mangelware ist. Wir wollen keinen protektionistischen Ansatz, sondern ein positives aktives Beteiligungsmanagement, wie es das in anderen Ländern ja auch schon lange gibt.“

Komplizierte Steuererklärungen für kleine Firmen bald Geschichte
Mit der stärkeren Rolle durch die „Österreich AG“ und durch so einen Staatsfonds sollten die heimische Wirtschaft Rückenwind erhalten und der Standort noch attraktiver werden. Abrunden soll das Ganze dann die angekündigte Steuerreform, die ab 2020 in Kraft treten wird. Für die 200.000 Kleinbetriebe soll es eine weitgehende Pauschalierung geben, so dass die Unternehmer nur mehr die Umsätze und Einnahmen melden müssen, nicht jedoch komplizierte Steuererklärungen. Löger: „Wir hoffen, dass diese Vereinfachung dann von 70 Prozent der Kleinbetriebe genutzt wird."

Für größere Unternehmen soll die Senkung der Körperschaftssteuer von 25 in Richtung 20 Prozent ebenso eine Entlastung bringen wie Steuervorteile für nicht entnommene Gewinne. Zur Belebung des Kapitalmarktes sind auch spezielle steuerliche Anreize für Pensionsfonds denkbar, die dann vermehrt in Aktien investieren würden.

Georg Wailand, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Spanische Siege
Barca-Verfolger Real und Atletico siegen knapp
Fußball International
Deutsche Bundesliga
2:1 gegen Werder! Dortmund ist Herbstmeister
Fußball International
Drama um Gentner
Vater von Stuttgart-Kapitän im Stadion gestorben
Fußball International
Bei Partizan-Spiel
Linienrichter mit etwa 100 Schneebällen beworfen!
Fußball International
Trotz SVM-Aufbäumens
Mattersburg-K.-o.! LASK bleibt zu Hause eine Macht
Fußball National
„War folgenschwer“
Unheimlich! Gisin schrieb vor Sturz von Kitz-Crash
Wintersport
18. Bundesliga-Runde
Sturm gewinnt gegen die Admira mit 3:0
Fußball National
Weltfußballer
Modric: „Das war nicht fair von Messi und Ronaldo“
Fußball International
Premier League
Tottenham siegt dank spätem Eriksen-Treffer
Fußball International
Brüggler & Angerer top
Rodeln: Zwei Doppelsitzer-Führende nach erstem Tag
Wintersport
Auch Treichl im Top 10
Maier und Beierl Weltcup-Sechste in Winterberg
Wintersport
Gregoritsch trifft
Hammer-Alaba und die Bayern sind zurück!
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.