29.08.2018 06:00 |

Hitze, Tornado, Flut

Dieser Super-Sommer lässt die Rekorde purzeln

Es war der Sommer der Rekorde! Mit Wüstentemperaturen von 38 Grad am 9. August in Niederösterreich und winterlichen minus 1,6 Grad in Flattnitz in Kärnten am Montag dieser Woche war der August der verrückteste Monat seit Jahren! Zudem gab es im Burgenland das seltsame Schauspiel eines Tornados zu sehen, in Gastein fiel Schnee, über Innsbruck fegte ein Sturm mit mehr als 100 km/h hinweg und im Salzburger Wintersport-Mekka Saalbach kam es zu schweren Überschwemmungen.

„Praktisch im ganzen Land erfüllte die Sonne schon vor Ablauf des Monats ihr Soll. In Wien zum Beispiel schien die Sonne bis dato schon 271 Stunden durch, im langjährigen Vergleich sind es in Wien nur 250 Stunden“, bilanzierte Wetter-Experte Konstantin Brandes von der privaten Station Ubimet am Dienstagnachmittag im Gespräch mit der „Krone“ - die 22 Hitzetage am Stück in Hohenau in Niederösterreich, bei denen es immer mehr als 30 Grad auf dem Thermometer anzeigte, sprechen eine deutliche Sprache. Außerdem knackte die Wiener City einen Rekord aus dem Jahre 1994: Meteorologen notierten 18 Tropennächte - bei der es nie unter 20 Grad gab - in Folge im Kalender!

30-jähriger Sommer-Mittelwert übertroffen
Wie die Grafik unten illustriert, manifestierte sich die überdurchschnittliche Hitzewelle auch in einem 30-jährigen Vergleich. „Die Mitteltemperatur sieht für Österreich einen Wert von 15,7 Grad vor. Das mag wenig klingen, doch dabei werden auch die Werte von den höchsten Gipfeln unserer Berge miteingerechnet“, so Brandes.

Die roten Markierungen in der Durchschnitts-Temperaturkurve stehen für „zu warme“, die blauen für „zu kalte“ Tage. Denn die Affenhitze fand durch ein Tief am vergangenen Wochenende ein jähes Ende. Im Salzburger Gasteinertal gab es den ersten Augustschnee der Messgeschichte zu bewundern. In den Hohen Tauern „schneiberlte“ es gar einen halben Meter.

Dafür kam es in Saalbach zu sintflutartigen Überschwemmungen. Über Innsbruck fegte ein 100-km/h-Sturm und im Burgenland gab es einen Tornado zu sehen.

Video von den Überschwemmungen in Saalbach:

Interview mit Christian Salmhofer vom Klimabündnis Österreich
„Krone“: War dieser extreme Hitze-Sommer in Österreich ein „Ausreißer“?
Christian Salmhofer: Wir erleben seit Beginn des 21. Jahrhunderts die sechs wärmsten Sommer der 252-jährigen Messgeschichte. Also nein!

Ist der Hitze-Hammer auch für die vielen Unwetter bei uns in Österreich verantwortlich?
Grundsätzlich kann wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen, und so steigt die Unwetter-Wahrscheinlichkeit.

Blick in die aktuelle Zukunft mit Fokus auf das Gletscher-Schmelzen: Ab wann gibt es keinen Schnee mehr bei uns, wenn die Erderwärmung weiterhin so rasant ansteigt?
Der Schnee in den Alpen dürfte bis ins Jahr 2100 bis zu 70 Prozent zurückgehen. Durch das Abschmelzen des arktischen Sommereises wird es dort im Sommer bald eisfrei sein!

Matthias Lassnig, Kronen Zeitung

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