Mi, 26. September 2018

202 „runde Kreuzungen“

28.08.2018 06:00

Mit dem Kreisverkehr-Boom ist es vorbei

Der neue Kreisverkehr in Feldkirchen/Donau, bei dem es - wie berichtet - noch vor der Eröffnung einen ersten Unfall gab, dürfte einer der letzten „Kreisel“ in Oberösterreich sein. Mit ihm wird es dann 202 solcher „runden Kreuzungen“ geben, doch sie sind nicht das Allheilmittel, um Gefahrenstellen zu entschärfen.

Gerade bei Neubauten gibt’s oft in der Anfangsphase Probleme, vor allem mit Einheimischen, die das „Hindernis“ auf der gewohnten Strecke schlicht übersehen. Berühmt berüchtigt ist der „Kreisel“ in St. Martin im Mühlkreis, wo nach der Errichtung im Jahr 2010 in nur drei Wochen 24 Fahrzeuge crashten.

Kreisverkehre sorgen für leichtere Unfälle
Auch Kreisverkehre in Pasching und St. Florian wurden am Anfang zu Unfallhäufungsstellen, statt Entschärfung zu bringen. „Langfristig sorgen Kreisverkehre, wenn die Verkehrsdichte und die Führung passen, für weniger, beziehungsweise leichtere Unfälle“, sagt ÖAMTC-Unfallforscher David Nosé  - siehe unser Interview.

Viele Wünsche, weniger Chancen
Die Wünsche nach Kreisverkehren sind in Oberösterreich ungebremst. Doch wenn man die Sanierungs-Liste der Unfallhäufungspunkte in Oberösterreich ansieht, dann gibt’s immer weniger Kreisverkehrs-Varianten, da diese auch nicht für alle Probleme als Lösung geeignet sind.

Seit 1995 „Kreisel“-Boom
Schon im Vorjahr gab man beim Land Oberösterreich bekannt, dass es ein neues Bewertungsschema geben wird, ob „Kreisel“ sinnvoll sind. Im Jahr 1995 hatte der Bauboom unter Straßenbaureferent Franz Hiesl begonnen - damals gab es zwei „Kreisel“, die Zahl hat sich verhundertfacht!

Beim ÖAMTC untersucht David Nosé Verkehrsströme und Unfälle. Er erklärt, wo und warum Kreisverkehre an ihre Grenzen stoßen.

„Krone“:Kreisverkehre gelten oft als Wunderwaffe bei Unfallhäufungsstellen.
David Nosé: Nicht jede Kreuzung ist geeignet. Wenn es bei einer vierarmigen Kreuzung etwa viele Linksabbieger gibt, dann müssen die Pkw fast einmal rundherum, blockieren zwei Zufahrten. Bei vielen Rechtsabbiegern und gleichmäßig belasteten Straßen klappt es gut.

„Krone“:Wo gibt’s noch Sorgen?
Nosé: Wenn viele Fußgeher und Radfahrer miteingebunden werden müssen. Daher findet man innerorts selten Kreisverkehre.

„Krone“:Haben sich die Autofahrer inzwischen an die vielen „Kreisel“ gewöhnt?
Nosé: Durchaus. Aber es könnte noch besser gehen, wenn die Leute vorm Verlassen des Kreisverkehrs auch immer blinken würden und es gibt auch welche, die erst einfahren, wenn er leer ist.

„Krone“:Bei neuen Anlagen gibt’s das Phänomen, dass es hier oft „scheppert“.
Nosé: Das liegt aber weniger an den Kreisverkehren selbst, als an den  Autolenkern, die nicht gut genug aufpassen.

Markus Schütz/ Kronen Zeitung

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