So, 18. November 2018

„Krone“-Serie, Teil 4

22.08.2018 08:22

Tägliches Leben ohne Plastik ist unmöglich

Begriffe wie „Einwegprodukt“ erwecken den Eindruck, dass es sich grundsätzlich um billige, unnütze Wegwerfware handelt. Doch die Einmalverwendung ist häufig das Ergebnis einer notwendigen Anforderung an die Eigenschaften und Hygiene eines Produktes.

„Richtig ist natürlich, dass der leichtfertige Umgang mit Kunststoffabfällen inakzeptabel ist. Die unkontrollierte Vermüllung von Land und Wasser muss rigoros gestoppt werden. Das Problem ist aber nicht ein bestimmtes Material, sondern die gedankenlose Wegwerfmentalität“, kritisiert der international angesehene Experte Helmut Belanyecz vom Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz.

Tatsächlich sind einige Kunststoffe aus unserem Alltag nicht wegzudenken - vor allem nicht aus Spitälern und Pflegeheimen! Auch Brillen, Helme, Sportgeräte, Flat Screens, Handys und viele andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs kommen nicht ohne Plastik aus.

Ohne Kunststoff weder Autos noch Flugzeuge
Unser Alltag ist durchdrungen von Kunststoff. Er dient als Verpackungsmaterial, findet Verwendung in Textilfasern sowie bei der Wärmedämmung. Aus Plastik werden wichtige Rohre, Bodenbeläge oder Bestandteile von Lacken erzeugt. Auch die Elektrotechnik kann nicht ohne - hier hält Kunststoff etwa als Material für Isolierungen, Leiterplatten und Gehäuse her. Und schließlich gäbe es ohne Plastik kein Auto: Hier findet es sich in Reifen, Polsterungen, Armaturenbrettern und sogar Benzintanks.

  • 98 Prozent aller Kunststoffabfälle werden in Österreich recycelt oder energetisch verwertet
  • 60 Prozent aller verwendeten Kunststoffprodukte sind mehr als fünf Jahre im Einsatz
  • 50 Prozent der neuen Boeing 787, auch Dreamliner genannt, bestehen aus Kunststoff

Für die Nachhaltigkeit und gleichzeitig für die Sicherung unseres Lebensstandards leisten die Nicht-Naturmaterialien jedenfalls enorm viel. Denn Kunststoff-Leichtbau bringt auch Treibstoffersparnis bei Autos und Flugzeugen. Dämmmaterialien sparen wiederum Heizenergie in Gebäuden. Kunststoffe braucht man sogar für die Nutzung erneuerbarer Energie wie Photovoltaik und Windräder und zu guter Letzt als funktionaler Schutz für verderbliche Nahrung.

„Unsere Nahrungsmittel werden vom Erzeuger (Bauer, Fabrik) zuerst in Verteilzentren und von dort in die Supermärkte gebracht. Danach müssen sie den Transport in Einkaufstaschen und die tagelange Lagerung in Haushalten (Kühlschränken) sicher überdauern. Aus all diesen Gründen ist eine luftdichte, hygienische Verpackung unerlässlich“, sagt Plastik-Experte Heinz G. Schratt, Generalsekretär von Plastics Europe Austria. Auch wenn die Schutzhüllen kurz nach dem Verzehr der Lebensmittel im Restmüll entsorgt würden, so hätten sie zuvor doch den Verderb der Waren verhindert. Verpackung schützt also unser aller täglich Brot!

Umweltdachverband-Ehrenpräsident Gerhard Heilingbrunner plädiert allein deswegen dafür das Thema Kunststoff differenziert zu sehen.

Schratt fügt an: „Übrigens: Die weltweit besten und erfolgreichsten Recyclingmaschinen kommen mehrheitlich aus Österreich - wir sind Exportkaiser und dürfen mit Recht auf unsere Technologieführerschaft stolz sein! In Österreich und in Deutschland existieren hocheffiziente Sammel-, Sortier- und Verwertungstechnologien, von der die Abfallwirtschaft auf der ganzen Welt noch vieles lernen kann.“

Mark Perry, Kronen Zeitung/krone.at

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