Mi, 14. November 2018

In Vorarlberg

13.08.2018 10:26

Hufschmied wegen Tierquälerei verurteilt

Wegen Tierquälerei ist gestern ein 62-jähriger Hufschmied am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt worden. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Bregenzerwälder ein Pferd sowie ein Fohlen mit Schlägen gegen den Bauch misshandelt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Dass der Angeklagte ein Tierquäler im herkömmlichen Sinn ist, glaubt Richter Martin Mitteregger nicht: „Sie haben ihr Handwerk vor 40 Jahren gelernt, sind also noch ein Hufschmied der alten Schule und mit den heutigen Methoden der Ruhigstellung von Tieren nicht mehr vertraut.“ Laut dem Vorwurf der Staatsanwältin soll der Mann bei einem zu beschlagenden Pferd eine so genannte Nasenbremse falsch beziehungsweise unsachgemäß angewendet haben, sodass das Ross an Nase und Maul Verletzungen erlitt.

„Habe nur die Bremsen verjagt!“
Weiters soll er mit einem Hammer so massiv gegen den Bauch des Tieres geschlagen haben, dass dieses umfiel. Auch bei der Beschneidung eines Fohlens soll der Bregenzerwälder mit dem Hammer auf die gleiche Art versucht haben, das Tier gefügig zu machen. Was dieser vehement bestreitet. „Ich habe damit nur die Bremsen verjagt!“ Dies sei im Zuge der Beschlagung aus Eigenschutz nötig, da das Pferd sonst ausschlagen hätte können, so der Hufschmied. Gestürzt sei das Tier, weil er zu dem Zeitpunkt mit einem Huf beschäftigt war und der Gaul nur auf drei Beinen gestanden habe.

Schuldspruch wegen Tierquälerei
Während er zu seiner mittelalterlichen Anwendung der Nasenbremse steht, sieht er sich bezüglich des Vorwurfs der Misshandlung eines Fohlens zu unrecht beschuldigt. Obwohl die vom Land beauftragte Tierärztin bei der Untersuchung der zwei Gäule keine Misshandlungen feststellen konnte, der Richter jedoch den Schilderungen der Anzeigenerstatterin glauben schenkte, wurde der Hufschmied wegen Tierquälerei schuldig gesprochen.

Chantal Dorn, Kronen Zeitung

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