Fr, 17. August 2018

Pfadfinderlager

11.08.2018 14:30

„Zuhause ist dort, wo man Freunde trifft“

4200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 19 Nationen sind derzeit in Berg im Attergau „zuhause“. „Home2018“ heißt das 14. internationale Landeslager der OÖ Pfadfinder. Zehn Tage lang, bis zum 15. August, beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem Begriff „Zuhause“.

„Scout Camp Austria“ weist ein Schild den Weg nach der Autobahnabfahrt in St. Georgen. Alle fünf Jahre veranstalten die OÖ Pfadfinder hier ein sogenanntes Jamboree. Auf einer Fläche von 200.000 Quadratmetern haben Jugendliche von 10 bis 21 Jahren seit Montag eine Zeltstadt aufgebaut. Hier praktizieren die Teilnehmer - die Älteste ist Brenda (88) aus Großbritannien, die Jüngste, Ida, ist sechs Wochen alt -  friedliches Zusammenleben.

Am ganzen Gelände trifft man gut gelaunte junge Menschen, die geschäftig an ihren Zelten werken, kochen oder an spannenden Programmen teilnehmen. Englisch ist wegen der internationalen Gäste zweite Lagersprache. Und verwunderlich: 4200 junge Leute sind da - und nur selten klingelt ein Handy. Dafür gibt es im Unterlager der Guides und Späher (GuSp), das „Gusphausen“ getauft wurde, ein analoges Whatsapp: Nachrichten mit Freunden werden per „Flaschenpost“ ausgetauscht.

19 Nationen
Diese Freunde kommen aus 19 Nationen. Die längste Anreise hatten die Pfadfinder aus Taiwan und Kanada. Weiters kann man in Berg im Attergau Pfadfinder aus Schweden, Luxemburg, Italien, Irland, Großbritannien, Frankreich, Finnland, Deutschland, Belgien, Gambia, den Niederlanden, Norwegen, Russland, Slowenien, Spanien, der Schweiz und natürlich aus ganz Österreich treffen. Die größte Gruppe im Lager, 124 Teilnehmer, kommt aus Wels. Aus Finnland sind zwei Pfadfinder angereist.


Hut, Hemd und Halstuch
Die roten Hemden der österreichischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die typischen Pfadfinderhüte und natürlich die Halstücher, mit denen sich die einzelnen Pfadfinder-Gruppen unterscheiden, dominieren das Lagerbild. Das Lagerhalsband für „Home2018“ wurde übrigens in Haslach gewebt.

Vielfältiges Lagerleben
Die einzelnen Altersstufen wohnen in Unterlagern und haben sich dort gemütlich eingerichtet. Die Zelte sind individuell gestaltet. Gekocht wird auf den selbst errichteten Kochstellen. Die Ranger und Rover (RaRo) haben sich zum Beispiel ein chilliges Café eingerichtet. Die erlebnisorientierten Aktivitäten während des zehntägigen Aufenthaltes sind vielfältig. Zentrales Thema ist „Zuhause“. 

Viele Möglicheiten
Einige fühlen sich auf der ganzen Welt zuhause, andere wiederum nirgend so richtig - aber warum? Das „Home2018“ ist zwar temporäres Zuhause, aber es zieht die Teilnehmer auch in die Ferne. Die RaRos erkundeten zwei Tage lang in Gruppen Österreich. Die einen zum Beispiel bei einer Tour durch alle neun Landeshauptstädte mit nur 49 Euro, andere beim Biwakieren im Gesäuse. Viele weitere Möglichkeiten standen zur Auswahl. Im Lager wurde auch noch coolen ökologischen Ideen gesucht. Eine Gruppe von Caravelles und Explorer (CaEx) aus Wien präsentierte am Freitag etwa einen selbst gebastelten Schmutzwasserfilter.

Beeindruckende Logistik
„Zuhause ist dort, wo man Freunde trifft“, sagt Maria Binder, vom Organisationsteam: 700 Menschen, die drei Jahre lang das Lager vorbereitet haben. Ehrenamtlich! Die Logistik ist beeindruckend: 12 Kilometer Kabel wurden verlegt. Dreimal täglich müssen 140 Verpflegungseinheiten mit Lebensmitteln beliefert werden. Zum Beispiel werden während des Lagers 60.000 Stück Gebäck ausgeteilt.  Zehn Tonnen Obst und Gemüse stehen an den sogenannten Vitamininseln zur freien Entnahme zur Verfügung. 40 Mitarbeiter des Roten Kreuzes sind in einer Feldambulanz rund um die Uhr bereit.


10.000 Besucher
Am Samstag (11.), ist übrigens Abend der offenen Töpfe. Die Jugendlichen kosten sich dabei mit dem Löffel in der Hand praktisch um die ganze Welt - gelebte Internationalität! Am Sonntag werden 10.000 Besucher -Eltern, Großeltern und Freunde - erwartet, die in die Pfadfinderwelt eintauchen können.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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