So, 19. August 2018

Großes Spektakel

28.07.2018 20:33

Heimsieg bei der Mountainbike-Action in Graz

Graz erlebte am Samstag die große Premiere des Mountainbike-Eliminator-Weltcups. Und die Rad-Profis lieferten ein Superspektakel. Mit dem Tiroler Daniel Federspiel gab’s sogar den Heimsieg. Für einen Aufreger sorgte die Ordnungswache.

Freitag, knapp vor der Qualifikation im Rahmen der Eliminator-Europameisterschaft, musste sich Ex-Weltmeister Daniel Federspiel warmrollen. Im Grazer Stadtpark wurde er, mit dem österreichischen Team-Trikot bekleidet, von einer Rad-Patrouille der Ordnungswache aufgehalten. „Absteigen und schieben“, hieß es. Federspiels Antwort: „Das geht jetzt nicht, ich muss mich einfahren.“ Dann verlangten die Ordnungshüter tatsächlich 30 Euro Geldbuße!

„Stimmung war extrem genial“
Trotzdem: Federspiel fand nur lobende Worte. „Die Stimmung hier in Graz war extrem genial, da ist der Sieg umso schöner.“ Auch Elias Tranninger, der Gesamtfünfte im Weltcup, gestern im Viertelfinale ausgeschieden, sagte: „Das ist sicher die bisher beste Weltcup-Veranstaltung.“

Fans reisten von weit her an
Die Fans kamen sogar von weit her, reisten aus Frankreich, den Niederlanden oder Schweden an. Da wurden die Starter mit Ratschen und Tröten angefeuert, Fotos und Videos gingen binnen Minuten um die Welt - die Fahrerinnen und Fahrer lieferten eine Super-Show ab. Dabei warteten sechs spektakuläre Hindernisse (samt Steilkurve), die knackige 570-Meter-Strecke (Karmeliterplatz, Freiheitsplatz, Hofgasse, Sporgasse) mit ihren Tücken (Kopfsteinpflaster, Schotter) und eine Affenhitze. Da zollte auch die Prominenz um TV-Star Armin Assinger und Bürgermeister Siegfried Nagl den Assen Respekt!

Federspiel zündete Turbo
Zum Sportlichen: Nach zwei Fehlstarts wurde Federspiel am Freitag disqualifiziert und holte nur „Blech“. Am Samstag im Finale sah’s nach Platz zwei aus, doch dann zündete der 31-Jährige noch den Turbo und zog an Hugo Briatta (Fra) vorbei. „Ich war nicht sicher, ob ich in der letzten Runde den Franzosen noch überholen kann. Dann hab’ ich alles aus mir rausgeholt und bis zum letzten Zentimeter gekämpft. Es hat gereicht!“

„Auf den letzten Metern hat Kraft gefehlt“
Für den Oberösterreicher Elias Tranninger endete der Bewerb leider im Viertelfinale. Lange lag er auf Aufstiegskurs, kurz vor Ende wurde er dann aber im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. „Die Lücke nach vorne hab’ ich danach nicht mehr schließen können und auf den letzten Metern hat mir etwas die Kraft gefehlt“

Schwerer Sturz sorgte für Schockmoment
Bei den Damen siegte Anne Terpstra (Ned). Einmal stockte indes den Fans der Atem: Jana Tesarová (Tsch) köpfelte über den Lenker, das Rennen war für mehr als 30 Minuten unterbrochen. Nach dem Sturz war sie bei Bewusstsein, konnte alle Körperteile bewegen. Glück im Unglück.

Michael Jakl
Michael Jakl
Michael Gratzer
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