Fr, 17. August 2018

Gemeinsamer Hilfsflug

21.07.2018 21:08

Franzosen kooperieren mit Russen in Syrien

In einem symbolträchtigen Schritt haben Frankreich und Russland am Samstag erstmals gemeinsam ein Flugzeug mit Hilfsgütern nach Syrien geschickt. Eine russische Militärmaschine brachte vom französischen Chateauroux 50 Tonnen Hilfsgüter für die Menschen in der früheren syrischen Rebellenenklave Ost-Ghouta zum russischen Militärflughafen Hmeimim. Damit kam es erstmals zu einem gemeinsamen Hilfsflugs eines westlichen Staates mit Russland. Die Mission war im Mai bei einem Treffen zwischen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin vereinbart worden.

Laut dem russischen Verteidigungsministerium landete das mit Kleidung, Zelten und medizinischer Ausrüstung beladene Flugzeug am Nachmittag auf dem russischen Militärflughafen Hmeimim im Westen Syriens. Die Hilfsgüter sollten noch am Samstag unter Aufsicht des UNO-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) in Ost-Ghouta verteilt werden, das im April von der Regierung nach erbitterten Kämpfen zurückerobert worden war.

Das französische Außenministerium teilte mit, dass es „Garantien“ von Russland erhalten habe, dass die syrische Regierung unter Präsident Bashar al-Assad keinen Einfluss auf die Verteilung der Hilfsgüter nehmen werde. Der frühere französische Botschafter in Syrien, Michel Duclos, warnte aber, Frankreich gehe „erhebliche Risiken“ ein, wenn es mit Russland und dem Syrischen Roten Halbmond bei der Lieferung von Hilfsgütern zusammenarbeite. „Was garantiert, dass die Hilfe von Assad nicht umgeleitet oder ausgenutzt wird?“ fragte Duclos, der heute für das Institut Montaigne in Paris tätig ist.

Assad erobert eine Region nach der anderen zurück
Die syrische Armee hat seit Jahresbeginn mit Unterstützung Russlands große Gebiete von den Rebellen zurückerobert. Nach der Einnahme von Ost-Ghouta startete die Armee eine Offensive auf die Provinzen Daraa und Quneitra im Süden des Landes. Unter dem Druck des Militärs sagten die Aufständischen in Quneitra und der Pufferzone zu den von Israel besetzten Golan-Höhen kürzlich zu, ihre Waffen niederzulegen oder abzuziehen.

Die Kapitulation der Rebellen in dem Gebiet wird von Israel mit Sorge verfolgt. Die Regierung befürchtet, dass damit auch mit der syrischen Führung verbündete iranische Truppen bis an das von Israel kontrollierte Gebiet am Golan heranrücken könnten.

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