Di, 21. August 2018

Hallein:

23.07.2018 06:53

Höhenflug und Tiefenrausch

Hubert Scheibl eröffnet in der Galerie Schloss Wiespach seine unendliche Schaffenswelt:

Wenn Hubert Scheibl seine Bilder mit „Nicotine on Silverscreen“, „Fly“ „Psychonautiker“ oder „Found & Lost“ betitelt, bzw. dafür bei Science-Fiction-Filmen wie z.B. „Odyssee im Weltraum“ oder „Matrix“ Anleihen nimmt, will er uns nicht in die Irre führen, sondern vielmehr eine Einstiegshilfe in die unendlichen Weiten und Tiefen seiner Schaffenswelt bereiten.

Einen Wegweiser, den man gut gebrauchen kann. Denn der Rainer- und Weiler-Schüler, einer der „Neuen Wilden“ in den 1980er Jahren und Teilnehmer der Biennale in São Paulo und Venedig, erzählt in seinen Werken, die zwischen totaler Abstraktion und figurativen Elementen changieren, keine leicht lesbaren Geschichten.

Man muss sich schon ganz genau damit auseinandersetzen, sie umkreisen, in sie eintauchen, um zu entdecken, dass die Inspirationsquelle des gebürtigen Gmundners in der Natur, den Räumen und insbesondere in den unendlichen Weiten des Weltraums liegen, und er aus einer umfangreichen Sammlung an Büchern, Fotografien, Skulpturen und Fundstücken schöpft.

Auf diese Entdeckungsreise kann man sich nun in der Galerie Schloss Wiespach in Hallein einlassen, wo Scheibl Bilder und Arbeiten auf Papier aus den letzten Jahren, aber auch neue Bilder zeigt.

In der 2017 entstandene Serie scheint sich der Künstler einmal mehr neu zu erfinden - sie wirkt flächiger und fast noch ein wenig mystischer. „Ich baue Systeme auf, muss aus diesen dann aber wie aus einem Gefängnis wieder ausbrechen, um Neues erschließen zu können.“ Dennoch sind auch hier seine typischen Überlagerungen, wie z.B. bei seiner „Psychonautiker-Serie“ zu finden.

„Es geht bei Scheibl immer um ein Drunter und Drüber. Er arbeitet in Schichten, schürft teilweise bis zum Untergrund und eröffnet uns so neue Räume aber auch Untiefen und Abgründe, die die menschlichen Befindlichkeiten und seine eigenen Erinnerungen widerspiegeln“, erläutert Kuratorin Margit Zuckriegl, die für die Schau in Hallein auch Siebdrucke und grafische Arbeiten ausgewählt hat.

Scheibl, der zu den bedeutendsten österreichischen Künstlern zählt, unterrichtet auch gerade an der Sommerakademie und hatte bei der Eröffnung der Ausstellung gleich einen Rat für seine Studenten parat:

„Die größte Bedrohung für einen Künstler ist die Abhängigkeit, egal ob ökonomisch oder ökologisch. Allerdings gibt es die Freiheit nicht umsonst, welchen Preis man dafür zahlen will, muss jeder für sich selbst entscheiden.“

Tina Laske
Tina Laske

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