09.07.2018 12:07 |

Über 20 Jahre hinweg

Jugendtreff-Mitarbeiter missbrauchte Schützlinge

Ein langjähriger Mitarbeiter eines Jugendtreffs in Vorarlberg soll über rund 20 Jahre hinweg immer wieder Jugendliche sexuell missbraucht haben. Die Zahl der Opfer ist bislang noch völlig offen und liege im Dunklen, erklärte dazu der Bürgermeister der Gemeinde Altach, Gottfried Brändle, am Montag in einer Pressekonferenz. In Kontakt mit dem dringend Tatverdächtigen könnten in den vergangenen zwei Jahrzehnten jedoch bis zu 500 Jugendliche (!) gekommen sein, erklärte er. Der Beschuldigte wurde festgenommen, er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. 

Der Zeitraum der möglichen Übergriffe erstreckt sich über die vergangenen 20 Jahre, damals war der Jugendtreff eröffnet worden. Über den Kontakt zu einer betroffenen Familie habe er Kenntnis von einem Vorfall erlangt, der sich schon vor 15 Jahren zugetragen habe, so Brändle.

Bis zu 500 Teenager in Kontakt mit Verdächtigem
Wie viele Jugendliche bzw. Heranwachsende Opfer des Verdächtigen wurden, ist bislang noch völlig unklar. „Darüber wissen wir selbst nichts“, stellte der Bürgermeister fest. Wie es hieß, könnten in den vergangenen Jahren bis zu 500 Jugendliche in Kontakt mt dem Beschuldigten gekommen sein, zeichnete Brändle ein schockierendes Bild rund um die möglichen Dimensionen, was die Zahl der Missbrauchsopfer betrifft - zumal sich der Mitarbeiter auch in einer Nachbargemeinde engagiert hatte. Dort laufen die Erhebungen derzeit ebenfalls auf Hochtouren. 

Mehr Details rund um die Vorfälle wurden nicht bekannt gegeben. Die Polizei bestätigte am Montag die Verhängung der Untersuchungshaft über eine Person wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen. Der Beschuldigte war am vergangenen Mittwoch festgenommen worden. Weitere Details gab man mit dem Verweis auf laufende Ermittlungen und aus Opferschutzgründen nicht bekannt.

Bürgermeister entschuldigte sich bei Opfern
„Wir fühlen uns in der Verantwortung und stellen uns natürlich Fragen wie ,Was haben wir falsch gemacht?‘ oder ,Wie konnte der Missbrauch so lange unentdeckt bleiben?‘“, so der Bürgermeister, der sich bei den Opfern entschuldigte. Es sei in den vergangenen 20 Jahren im Jugendtreff nicht eine einzige Grenzüberschreitung offenbar geworden.

Hotline eingerichtet, Hinweise erbeten
Beim ifs, dem Vorarlberger Institut für Sozialdienste, wurde unter der Nummer 05 1755 505 eine Hotline für Betroffene eingerichtet, selbstverständlich stehe auch die Gemeinde für Gespräche offen, so Brändle. Wahrnehmungen über Vorfälle im Jugendtreff nehmen auch die örtliche Polizei (059133-8151) und das Landeskriminalamt (059133-80-333) entgegen.

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