Sa, 18. August 2018

Nach Abnahme in OÖ

06.07.2018 11:17

Gequälte Hunde sind „traumatisiert und aggressiv“

Unfassbares Leid mussten - wie berichtet - drei Hunde bei ihrem Halter in Traun ertragen: Sie wurden derart verprügelt, dass eines der Tiere an den schlimmen Verletzungen verstarb, zwei weitere konnten verletzt gerettet werden, sie sind aber natürlich traumatisiert. Gegen den 20-jährigen Arbeitslosen wird nun wegen Tierquälerei ermittelt, auch die Staatsanwaltschaft Linz wurde eingeschaltet.

Tierfreunden wird es bei diesem Bericht alles zusammenziehen: Ein 20-jähriger Trauner hat offenbar über längere Zeit seine Hunde mit Schlägen misshandelt und hatte es nun so weit getrieben, dass eines der Tiere, eine vier Monate alte Staffordshire-Mix-Hündin, getötet wurde. Sie war noch zum Tierarzt gebracht worden, der konnte sie aber nicht mehr retten. Als dann die Polizei zu ihm nach Hause kam, um weiter zu ermitteln, fanden sie dort zwei weitere Hunde. Eine drei Jahre alte Pitbull-Hündin sowie eine einjährige Amstaff-Mischlingshündin. Letztere war dick einbandagiert und hatte einen Gips am Bein: „Da ist sie gegen einen Traktor gerannt“, tischte der Arbeitslose den Beamten einen unglaubwürdigen Grund für die Verletzungen auf. Die Polizei glaubte ihm aber nicht und setzte die Bezirkshauptmannschaft in Kenntnis, die Tierrettung Oberösterreich rückte bald darauf zu dem Haus in Traun an und rettete beide Hunde vor ihrem gewalttätigen Halter.

Tierrettung holte Hunde ab
Als dann die Polizei zu ihm nach Hause kam, um weiter zu ermitteln, fanden sie dort zwei weitere Hunde. Eine drei Jahre alte Pitbull-Hündin sowie eine einjährige Amstaff-Mischlingshündin. Letztere war dick einbandagiert und hatte einen Gips am Bein: „Da ist sie gegen einen Traktor gerannt“, tischte der Arbeitslose den Beamten einen unglaubwürdigen Grund für die Verletzungen auf. Die Polizei glaubte ihm aber nicht und setzte die Bezirkshauptmannschaft in Kenntnis, die Tierrettung Oberösterreich rückte bald darauf zu dem Haus in Traun an und rettete beide Hunde vor ihrem gewalttätigen Halter.

Staatsanwaltschaft Linz ermittelt wegen Quälerei
Wilhelm Schnebel, Obmann der Tierrettung Oberösterreich, ist geschockt über den Zustand der Hunde: „Sie sind total verschreckt und lassen sich nicht einmal angreifen, weil sie Angst vor weiteren Schlägen haben“, erzählt er – siehe Interview unten. Der 20-Jährige aus Traun wird nun wegen Tierquälerei angezeigt, die Polizei Traun sowie die Staatsanwaltschaft Linz ermitteln in dem erschreckenden Fall. Jene Hündin, die schwer verletzt noch gerettet wurde, gehört nicht einmal dem Trauner selbst – der 26-jährige Besitzer aus dem Bezirk Linz-Land hatte ihm sein Tier offenbar zum Aufpassen anvertraut.

„Traumatisiert und hochaggressiv“
Wilhelm Schnebel, Obmann der Tierrettung Oberösterreich, kümmerte sich um die beiden gequälten Hunde aus Traun.

“Krone“: Sie sind wütend.
Wilhelm Schnebel: Und traurig, ja. Sie können sich nicht vorstellen, wie der Hund, der dann gestorben ist, zugerichtet war. Die Tiere werden bestimmt schon länger misshandelt.
“Krone“: Wieso glauben Sie das?
Schnebel: Sie sind traumatisiert und hochaggressiv, vor allem gegen Männer. Sie fürchten ganz eindeutig neue Schläge, wenn ihnen jemand zu nahe kommt.
“Krone“: Was passiert jetzt mit den beiden Tieren?
Schnebel: Die Pitbull-Hündin habe ich ins Tierheim nach Linz gebracht, wo sie jetzt erst einmal bleiben wird. Die zweite Hündin ist am Fuß operiert worden und muss auch noch weiter beim Tierarzt in Behandlung bleiben.
“Krone“: Im Gesetz ist ein Tier immer noch eine Sache.
Schnebel: Ja, wenn Sie einen Hund aus dem fünften Stock werfen und er stirbt, ist es Sachbeschädigung, nur wenn er überlebt, ist es Tierquälerei.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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