Di, 17. Juli 2018

„Bitte helft uns!“

29.06.2018 07:10

Blutbad in US-Zeitungsredaktion: 5 Tote, Verletzte

Erneutes Blutbad in den USA: Bei einer Schießerei in einer Zeitungsredaktion in Annapolis im Bundesstaat Maryland (siehe Video oben) sind am Donnerstag mindestens fünf Menschen getötet und mehrere weitere zum Teil schwer verletzt worden. Tatort war der Newsroom der Zeitung „Capital Gazette“. Der Schütze wurde festgenommen. Vor den tödlichen Schüssen soll es Drohungen gegen die Zeitung gegeben haben.

Der Schütze war mit Rauchgranaten bewaffnet und soll um 14.40 Uhr Ortszeit in der Redaktion der Zeitung mit einer Schrotflinte um sich geschossen haben. Der Verdächtige wurde noch in der Nacht auf Freitag vernommen. Es handelt sich um einen Mann Ende 30 aus dem US-Bundesstaat Maryland.

Rechtsstreit gegen Zeitung verloren
„Nach meinen Erkenntnissen war er verärgert über die Zeitung als Ganzes“, sagte der Polizeichef der Stadt, Bill Krampf. Der Mann habe nicht einzelne Reporter gezielt als Opfer ausgesucht. Der Sender NBC hatte zuvor berichtet, der Tatverdächtige habe vor Jahren einen Rechtsstreit mit dem Blatt ausgetragen - und diesen verloren. Es werde geprüft, ob er für die Drohungen verantwortlich ist, die die Zeitung im Internet über soziale Medien erhalten habe. Nähere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.

Die Polizei twitterte während der Schießerei, es gebe einen „aktiven Schützen“ in dem Zeitungsgebäude. „Das Gebäude wurde geräumt“, hieß es weiter. „Die Beamten durchsuchen noch das Gebäude.“

„Ein Einzelschütze hat in meinem Büro auf mehrere Menschen geschossen“
Der Journalist Phil Davis, ein Mitarbeiter der Zeitung, schrieb auf Twitter, ein „Bewaffneter“ habe „durch die Glastür ins Büro geschossen und das Feuer auf mehrere Mitarbeiter eröffnet“. Mehrere Menschen seien getötet worden. „Es gibt nichts Beängstigenders, als zu hören, wie mehrere Menschen erschossen werden, während man unter seinem Tisch hockt und hört, wie der Schütze neu lädt“, schrieb Davis.

Nach Schilderung von Augenzeugen haben sich Beschäftigte unter Schreibtischen versteckt, um sich vor den Schüssen zu schützen. Ein weiterer Mitarbeiter twitterte während der Schießerei aus der Redaktion: „Aktiver Schütze. Bitte helft uns.“

Gouverneur „völlig bestürzt“
Der Gouverneur des Bundesstaates Maryland, Larry Hogan, zeigte sich betroffen. „Ich war völlig bestürzt, als ich von dieser Tragödie erfuhr“, schrieb er auf Twitter. Er forderte die Bevölkerung auf, allen Anweisungen der Behörden Folge zu leisten.

Die „Capital Gazette“ zählt zu den ältesten Tageszeitungen in den USA. Sie ist das Lokalblatt für die Region und gehört zur Gruppe der „Baltimore Sun“. Die 40.000-Einwohner-Stadt Annapolis ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maryland und wegen ihrer Lage an der Chesapeake Bay und ihrer historischen Innenstadt aus dem 18. Jahrhundert ein beliebter Ort für Touristen.

Zahlreiche Schießereien in den USA in den vergangenen Monaten
In den vergangenen Monaten gab es in den USA zahlreiche tödliche Schießereien, die die Debatte über Verschärfungen des US-Waffenrechts angeheizt haben. US-Präsident Donald Trump unterstützt in dieser Debatte die mächtige Waffenlobby NRA.

 krone.at
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