Sa, 15. Dezember 2018

3:3 gegen Spanien

15.06.2018 21:53

Ronaldo rettet Portugal mit Triplepack vor Pleite!

Sie seien inzwischen zu alt und weit über ihrem Zenit, hatte es geheißen. Sie seien ohne Form zur WM gekommen, hatte es geheißen. Sie seien zu sehr von Cristiano Ronaldo abhängig, hatte es geheißen. Sie seien gegen Spanien nur Außenseiter, hatte es geheißen. Und doch trotzte Portugal dem iberischen Nachbarn im Giganten-Duell der Gruppe B bei der Fußball-WM in Russland ein Remis ab! Und wieder einmal machte der gerade erst zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteile Ronaldo den Unterschied aus - mit sage und schreibe drei Treffern! Im Video oben sehen Sie alle Treffer dieser Partie!

Nach zwei Last-Minute-Toren in den beiden vorangegangenen Partien des Tages - Uruguay vs. Ägypten und Marokko vs. Iran - gab es beim Duell der beiden iberischen Fußball-Großmächte gleich zu Beginn einen ordentlichen Höhepunkt. Viele der rund 48.000 Zuschauer im Olympiastadion von Sotschi an der Schwarzmeerküste hatten wohl noch nicht einmal ihre Plätze eingenommen, da erzwang Ronaldo bereits einen Elfmeter für die Portugiesen (4.): Mittels eines Übersteigers ging der 33-Jährige im Strafraum zunächst an seinem Real-Teamkollegen Nacho vorbei und kam dann nach einer Berührung mit dem Spanier zu Fall. Sagen wir einmal so: Eine brutale Attacke war es nicht, aber für Schiri Gianluca Rocchi aus Italien reichte es aus, um auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Der Gefoulte selbst trat wenig später an - und stellte auf 1:0 für die anfangs überraschend ambitioniert und offensiv auftretenden Portugiesen.

Mit der Führung im Rücken gingen die Mannen von Europameister-Teamchef Fernando Santos dazu über, sich etwas tiefer aufzustellen, die Spanier kommen zu lassen und auf ihre staubtrocken und knallhart agierende Abwehr um Besiktas-Star Pepe zu vertrauen. Und für einige Zeit funktionierte das auch ganz ordentlich, Schüsse von David Silva gingen weit über das Tor (13.) oder wurden zur Ecke abgefälscht (21.).

Einen Tick mehr Gefahr strahlten da schon die Gegenstöße der Portugiesen aus, etwa durch Goncalo Guedes (17./geblockt von Sergio Ramos) oder durch Bruno Fernandes (22.). Kurz darauf kamen die Spanier aber dann zum Ausgleich: Diego Costa setzte sich erst im Kampf um einen weiten Ball eher sehr rustikal und mithilfe seines Ellenbogens gegen Portugal-Abwehrchef Pepe durch, täuschte dann nach einigen Schritten zwei weitere Portugiesen und traf dann per Flachschuss ins linke untere Eck (24.) - 1:1.

Wenig später hätte es bereits 2:1 für Spanien stehen können, doch der Fußball-Gott hatte etwas dagegen, dass Iscos Schuss aus 18 Metern Entfernung zu mehr als einem Lattenpendler wurde (26.) - hinter der Linie war der Ball jedenfalls nicht. Und die Spanier übernahmen nun mit immer mehr Vehemenz das Kommando, doch sowohl ein Freistoß von David Silva (29./landete in der Mauer), ein Iniesta-Schuss (35./kullerte am rechten Pfosten vorbei) als auch ein Pique-Kopfball (39.) und ein Isco-Weitschuss (42.) fanden NICHT den Weg ins von Rui Patricio gehütete Gehäuse. Es schien nur mehr eine Frage der Zeit zu sein, bis die Spanier treffen würden - und tatsächlich fiel noch vor dem Pausenpfiff ein Tor: allerdings für Portugal! Und auch wenn Ronaldo auf ewig als Schütze in der Statistik eingetragen bleiben wird, der „Dank“ der Portugiesen gebührt Goalie David de Gea, der einen völlig harmlosen Flachschuss aus knapp 17 Metern passieren ließ (45.). Ein an Champions-League-Pechvogel Loris Karius erinnernder Treffer - ein Mega-Patzer von De Gea!

Die Spanier ließen sich durch das „Steirertor“ ihres Goalies allerdings nicht verunsichern, sie kamen weder personell noch taktisch verändert aus der Kabine auf den übrigens recht glitschig erscheinenden Rasen des Olympiastadions von Sotschi zurück - und übernahmen wie gehabt mit viel Ballbesitz wieder die Kontrolle über die Partie. Nach zehn Minuten des Belauerns schlug die „Furia Roja“ unbarmherzig zu. Einen von Silva getretenen Freistoß brachte Busquets zur Mitte, wo gegen die schiere Urgewalt von Diego Costa kein Kraut für die portugiesischen Abwehrkräfte gewachsen war. Aus kürzester Distanz brachte er den Ball über die Linie (55.). Und noch während die Portugal-Fans den Ausgleich betrauerten, klingelte es erneut im Gehäuse von Rui Patricio: Ein Angriff der Spanier war an der linken Flanke eigentlich schon zum Stillstand gekommen, doch Rechtsverteidiger Nacho verwertete die anschließende Hereingabe aus 18 Metern mit einem Gewaltschuss zur 3:2-Führung für Spanien (58.).

Der Käse schien gegessen, die Messe gelesen und auch der Drops schien gelutscht - denn wenn die Spanier etwas können sollten, war dies doch das Ball-Halten in den eigenen Reihen. Und tatsächlich tat sich der Europameister in der Folge extrem schwer, gefährliche Situationen in der Nähe des von De Gea im 2. Durchgang unauffällig gehüteten spanischen Gehäuses zu kreieren. Der letzte Ball wollte Ronaldo und Co. einfach nicht gelingen. Gerade einmal in Minute 79 schien sich ein Hauch von Gefahr anzudeuten, als nach einem Zusammenprall von De Gea, Ronaldo und Pique der eingewechselte Ricardo Quaresma in aussichtsreicher Position den Ball auf den Fuß bekam - allerdings über den Umweg seiner linken Hand. Schiri Rocchi pfiff die Aktion völlig zurecht ab. Doch das Spiel sollte seinem finalen Höhepunkt erst entgegengehen, acht Minuten später übernahm Ronaldo höchstselbst nach einem Pique-Foul an ihm an der Strafraum-Grenze die Verantwortung - und „CR7“ zauberte den Ball über die Mauer ins rechte Eck.

Das Ergebnis:
Portugal - Spanien 3:3 (2:1)
Sotschi, Fischt-Stadion, 48.000 Zuschauer, SR Rocchi (ITA)
Tore: 1:0 (4.) Ronaldo (Foulelfer), 1:1 (24.) Diego Costa, 2:1 (44.) Ronaldo, 2:2 (54.) Costa, 2:3 (58.) Nacho, 3:3 (87.) Ronaldo
Gelbe Karten: Fernandes bzw. Busquets
Portugal: Rui Patricio - Cedric, Pepe, Fonte, Guerreiro - William Carvalho, Moutinho - B. Silva (69. Quaresma), Guedes (80. A. Silva), B. Fernandes (68. Joao Mario) - Ronaldo
Spanien: De Gea - Nacho, Pique, Sergio Ramos, Alba
- Busquets, Koke - Silva (86. Vazquez), Isco, Iniesta (70. Thiago) - Diego Costa (77. Aspas)

Hannes Maierhofer
Hannes Maierhofer

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