So, 22. Juli 2018

Autobranche im Visier

24.05.2018 15:43

Trump-Zölle gefährden 5000 Jobs in Österreich

In seinen Rundumschlägen zum Schutz der US-Wirtschaft nimmt Präsident Donald Trump jetzt ausländische Autohersteller ins Visier. Einfuhrzölle von bis zu 25 Prozent könnten vor allem die deutsche Autoindustrie und deren österreichische Zulieferer schwer treffen.

„Es gibt Hinweise darauf, dass Importe aus dem Ausland jahrzehntelang unsere heimische Autoindustrie ausgehöhlt haben“, wird US-Handelsminister Wilbur Ross zitiert. Die Frage sei, ob die Importe die Binnenwirtschaft schwächten und damit auch die nationale Sicherheit berührten. Wird die nationale Sicherheit berührt, kann der Präsident ohne Kongress entscheiden, und Strafzölle haben eine größere Chance, ein mögliches Klageverfahren bei der Welthandelsorganisation WTO zu überstehen.

In den vergangenen 20 Jahren sei die Importquote bei Personenwagen von 32 auf 48 Prozent gewachsen, teilte das US-Handelsministerium weiter mit. Zwischen 1990 und 2017 sei die Beschäftigung bei den US-Autoherstellern um 22 Prozent gesunken, obwohl die Amerikaner mehr Autos kauften als früher. Das könne die Innovationskraft und die Fähigkeit der technischen Entwicklung des Landes beeinträchtigen.

Wichtiger Absatzmarkt für Zulieferindustrie
Die Drohung von Trump setzt in Österreich 5000 Jobs aufs Spiel. Es geht vor allem um die Zulieferungen an die deutsche Autoindustrie, die fünf Prozent ihrer Wertschöpfung aus Zulieferungen aus Österreich erzielt. Laut österreichischer Wirtschaftskammer ist der Fahrzeugbereich der zweitgrößte Exportbereich Österreichs mit zwölf Prozent aller Sachgüter im Wert von 19 Milliarden Euro.

Die USA sind nach Europa der wichtigste Absatzmarkt der österreichischen Fahrzeug- und Zulieferindustrie mit einem Anteil von neun Prozent bzw. 1,8 Milliarden Euro. Davon entfallen 38 Prozent auf Pkw.

US-Strafzölle gegen EU ab 1. Juni so gut wie fix
Trumps „Gnadenfrist“ für die EU, Strafzölle auf Stahl und Aluminium durch Konzessionen an die USA abzuwenden, läuft in der kommenden Woche ab. Es gibt keine Anzeichen, dass es zwischen Washington und Brüssel doch noch zu einer Einigung kommt.

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