Fr, 17. August 2018

Sanierung um Millionen

18.04.2018 06:30

Grazer Rathaus ist nicht ganz dicht

Um das erkleckliche Sümmchen von 3,5 Millionen Euro muss das Grazer Rathaus saniert werden. Es regnet durch das Dach, es braucht neue Fenster, die Fassade bröckelt stellenweise, die Elektrik streikt immer wieder. Zudem wird der Gemeinderatssaal klimatisiert. Die Geschichte des Rathauses ist äußerst wechselhaft.

„Das Rathaus steht unter Denkmalschutz, die Stadt ist verpflichtet, die Sanierungen durchzuführen“, so der zuständige VP-Finanzstadtrat Günter Riegler. Er verspricht: „Wir versuchen, die Kosten natürlich im engen Rahmen zu halten.“

Zwei Millionen Euro kostet allein das neue Dach. Wenn es regnet, gehören Wasserschäden vor allem im dritten Rathausstock zum Alltag. Die Erneuerung der Elektrik wird etwa 500.000 Euro verschlingen. Aktuell laufen die Planungen mit dem Denkmalschutz - am Rathaus darf man nicht hämmern und sägen, wie es einem in den Sinn kommt. Die eigentlichen Renovierungsarbeiten finden 2019 und 2020 statt. Schön für die Stadtpolitiker: Ihr großer Sitzungssaal wird klimatisiert.

Weinsteuer für Rathaus

Die Geschichte des Rathauses ist wechselhaft. 1966 gab es sogar eine Volksbefragung, bei der sich die Grazer gegen den geplanten Rückbau auf die klassizistische Form aussprachen.

Das erste Rathaus, die „Alte Kanzlei“, wurde um 1450 in der Judengasse errichtet. Es wurde rasch zu klein - der Umzug auf den Hauptplatz fand aber erst 100 Jahre später stand. Dort wurde das Rathaus im Renaissancestil erbaut - 1803 aber wieder dem Erdboden gleich gemacht. 150.000 Gulden kostete der Neubau (1805 bis 1807). Für die Finanzierung wurde in Graz eine Weinsteuer eingeführt.

1869 wurde das Rathaus erweitert, ab 1887 kamen neue Teile hinzu, wie die große Kuppel, die es heute noch gibt. Schlussendlich entstand das Rathaus in seiner aktuellen Ausprägung. Der sogenannte Zuckerbäckerstil war aber nicht jedermanns Sache.

Die letzte Sanierung des Gebäudes erfolgte im Jahre 1999. Nun ist es wieder so weit.

Gerald Richter
Gerald Richter

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