Mi, 17. Oktober 2018

Nach 2,5 Jahren im Amt

10.04.2018 16:53

VW-Chef vor Abgang - Österreicher als Nachfolger?

Volkswagen steht offenbar vor einem Chefwechsel: Insidern zufolge soll VW-Markenchef Herbert Diess, ein Bayer mit österreichischem Pass, den bisherigen Vorstandschef Matthias Müller beerben, der den weltgrößten Autokonzern seit Bekanntwerden des Dieselskandals vor dreieinhalb Jahren führt. Bestätigen wollten das die Verantwortlichen am Dienstag nicht, sie kündigten aber eine „Weiterentwicklung der Führungsstruktur“ an, die auch zu Veränderungen an der Konzernspitze führen könne.

Der frühere BMW-Manager Diess war von Volkswagen 2015 an Bord geholt worden. Er hat die lange ertragsschwache Kernmarke mit dem VW-Logo inzwischen auf Kurs gebracht und treibt deren Umbau zu einem führenden Anbieter von Elektromobilität voran. Über die neue Führungsstruktur soll der Aufsichtsrat an diesem Freitag beraten, wie mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Der Chefwechsel käme überraschend: Eigentlich läuft Müllers Vertrag noch bis 2020. VW erklärte, der 64-Jährige habe „seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken“. Derzeit sei offen, ob die Überlegungen über eine neue Struktur zu Veränderungen führen werden. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch führe Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern des Kontrollrats und des Vorstands.

Konzernumbau nach Dieselskandal
Seit er dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn im September 2015 nachfolgte, trieb Müller die Aufklärung des Dieselbetrugs voran, der den Konzern bereits mehr als 25 Milliarden Euro gekostet hat. Als Konzernchef begann Müller mit dem Umbau des Unternehmens, das der frühere Aufsichtsratschef Ferdinand Piech zu einem Imperium mit zentraler Führung aufgebaut hatte. Die einzelnen Regionen erhielten durch Müller mehr Mitsprache in der Modellpolitik, die Marken bekamen mehr Eigenständigkeit.

Affentests als Sargnagel?
Der versprochene „Kulturwandel“ kam jedoch nicht schnell genug voran. Hinzu kamen immer wieder Skandale. Wenn der Volkswagen-Chef den Konzern gerade in etwas ruhigerem Fahrwasser wähnte, kündigte sich schon das nächste Desaster an. Müller musste dann wieder Schadensbegrenzung betreiben. Zuletzt versetzten die fragwürdigen Abgastests mit Affen den Konzern in Aufruhr und setzten Müller auch persönlich zu. Immer wieder stand zudem die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen wegen des Abgasskandals vor der Tür.

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