Mo, 23. Juli 2018

AK warnt

27.03.2018 11:19

Neue Betrugswelle mit gehackten Mail-Adressen

Vorsicht Falle! Mit einer besonders trickreichen Masche versuchen unbekannte Betrüger derzeit an Daten von Internet-Nutzern zu gelangen: Die Ganoven hacken die Adressen Ahnungsloser und missbrauchen deren E-Mail-Adressen, um täuschend echt wirkende Schreiben zu verschicken, die angeblich von der Card Complete Service AG in Wien stammen. Die Arbeiterkammer Tirol warnt: Keinesfalls persönliche Daten preisgeben!

„Ihr bisheriges 3D Secure Passwort wird im Zuge der Umstellung auf das neue 3D Secure Verfahren per 25.03.2018 deaktiviert. Dies macht einmalig eine neue Registrierung für Ihre Karte erforderlich …. Card Complete Service AG“ – Auch in Tirol sind derzeit dubiose E-Mails mit diesem Inhalt im Umlauf. Verbreitet werden Nachrichten wie diese zwar über E-Mail-Adressen, die offenbar tatsächlich existieren, die den Empfängern aber unbekannt sind, heißt es von Seiten der AK Tirol.

„Es drohen hohe finanzielle Schäden und viel Ärger“
Es sei davon auszugehen, dass die scheinbaren Absender solcher E-Mails völlig ahnungslos sind, also dass die jeweiligen Adressen gehackt wurden. Über einen Link mit dem Text „Weiter zum Konto“ wird dann auf eine Eingabemaske umgeleitet, in der zur Eingabe sämtlicher Kreditkartendaten aufgefordert wird. „Dies sollte keinesfalls gemacht werden“, warnen die AK-Konsumentenschutzexperten. „Es drohen hohe finanzielle Schäden und viel Ärger.“

Link führt zu italienischen Seiten
Nach Recherchen der AK Tirol führt der Link zu verschiedenen Internetadressen mit jeweils italienischer Domainendung „.it“, welche auch tatsächlich in Italien registriert sind. „Die dort platzierte gefakte Registrierungsseite sieht den Originalseiten der Card Complete Service AG in Wien zum Verwechseln ähnlich und ist quasi in den offiziellen Internetauftritt von Card Complete eingebaut“, wissen die Experten. Klickt man nämlich auf die installierten Buttons, wie etwa „Kontakt“ oder „FAQ“, wird man wieder auf die Originalseiten umgeleitet. Sogar das richtige Impressum werde angezeigt. „Mit all dem soll offenbar beim einzelnen Phishing-Opfer der Eindruck erweckt werden, es habe alles seine Richtigkeit.“

Die Konsumentenschutzexperten der AK Tirol empfehlen, diese E-Mails keinesfalls zu beantworten und keinesfalls den Links zu folgen oder gar Daten einzugeben. Falls eine Kontoverbindung mit der Card Complete Service AG besteht, sollte das Institut über den Phishing-Angriff umgehend informiert werden, damit Vorkehrungen zur Schadenvermeidung getroffen werden können.

Die „echte“ Card Complete Service AG sei von der AK Tirol bereits über die laufenden Phishing-Attacken in Kenntnis gesetzt und aufgefordert worden, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden für Konsumenten zu verhindern. Das Unternehmen habe daraufhin reagiert und gegenüber der AK bestätigt, dass die Sperre der in den Phishing-Mails verlinkten Internetadressen bereits in Auftrag gegeben wurde.

Tipps der AK-Experten:

  • Bei E-Mails, SMS und anderen elektronischen Nachrichten, die scheinbar von einer Bank oder einem Kreditkarteninstitut stammen, immer sehr vorsichtig reagieren! Wenn hierbei Daten abgefragt werden, diese niemals eingeben! Im Zweifel telefonisch bei der Bank oder dem Kreditkarteninstitut erkundigen! Hierbei nur die offziellen, korrekten Kontaktdaten verwenden!
  • Bei E-Mails von unbekannten Absendern niemals die darin enthaltenen Links anklicken und niemals anhängende Dateien öffnen. Diese können gefährliche Viren enthalten, die sich dadurch unbemerkt in Ihrem Gerät installieren und dann Passwörter und andere (Zugangs-)Daten absaugen können.
  • Die Haftung des Karteninhabers für betrügerische Abbuchungen vom eigenen Konto ist gemäß Zahlungsdienstegesetz zwar grundsätzlich mit derzeit maximal 150 Euro und bald schon – aufgrund einer bevorstehenden Änderung des Zahlungsdienstegesetzes – mit 50 Euro begrenzt. Hat sich der Kartennutzer aber grob fahrlässig verhalten, kann er auf dem gesamten nach einer Phishing-Attacke entstandenen Schaden sitzen bleiben.
  • Bei Verdacht, dass Unbekannte die eigenen Kreditkartendaten erlangt haben könnten, immer sofort die Kreditkarte sperren lassen und die letzten (Online-) Abrechnungen kontrollieren! Bei verdächtigen Abbuchungen sofort schriftlich Einspruch beim Kreditkarteninstitut erheben!
  • Es ist stets darauf zu achten, ein gutes Virenschutzprogramm auf seinem Endgerät installiert zu haben und dieses regelmäßig zu updaten, damit auch aktuelle, neue Viren erkannt und eliminiert werden können.
  • Phishing-eMails immer schnell an die betroffene Bank oder das zuständige Kreditkarteninstitut melden, damit von dort aus Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden können.
  • Bei Fragen stehen die Konsumentenschutzexperten der AK Tirol unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/225522-1818 jederzeit gerne zur Seite.
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