20.10.2009 16:24 |

Wasserbetten

Was man beim Kauf eines Wasserbetts beachten sollte

Obwohl erst seit wenigen Jahrzehnten bei uns bekannt, gibt es wohl kaum eine Schlafstätte, die so viele Diskussionen auslöst wie das Wasserbett. Relaxing pur und eine medizinische Wohltat, sagen die einen. Teuer im Betrieb und oft gar nicht so bequem, sagen die anderen. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Wasserbetten sind weit mehr als nur Matratzen, sondern eher schon eine echte Wohn- und Schlafphilosophie.

Neu ist das Prinzip des Schlafens auf gewärmtem Wasser allerdings nicht. Schon die alten Perser füllten vor rund 3.000 Jahren Tierhäute mit Wasser an, die gleich mehrere Zwecke erfüllten: Tagsüber wurden sie in die Sonne gelegt, das Wasser wärmte sich auf und so konnte man die kühlen Nächte höchst angenehm überstehen. Positiver Zusatzeffekt: Die gefüllten Tierhäute wurden auch auf Reisen mitgenommen und so hatte man im Notfall auch immer gleich einen Wasservorrat bei sich.

Die dem Luxus gar nicht abgeneigten Römer und Griechen verbreiteten ebenfalls diese Art des entspannenden „Schwebeschlafes“, wobei sich Zeiten gar nicht so stark ändern wie oft angenommen: Denn auch vor Tausenden Jahren galten Wasserbetten als nicht billig und daher auch den Wohlhabenden vorbehalten. Ein Image, das auch den modernen Modellen bis heute – manchmal zu Unrecht! - anhaftet.

Nach einer langen Schlafperiode des Wasserbetts selbst entwickelte 1851 der britische Arzt Dr. William Hopper eine Wassermatratze, die er gezielt zur Behandlung medizinischer Leiden wie z.B. Verbrennungen, Gelenk- und Rückenprobleme, vor allem aber gegen das gefürchtete Wundliegen bei bettlägerigen Patienten einsetzte.

Dieses erste Wasserbett, das der Arzt auch als Patent anmeldete, bestand aus einem einfachen Wasserkern aus Gummi.

Den echten Durchbruch feierte das Wasserbett aber erst in Verbindung mit der Entwicklung moderner Kunststoffe und Herstellungsverfahren. Anfang der 70er Jahre benutzte der Amerikaner Charles Hall erstmals das heute gebräuchliche Vinyl als Ausgangsmaterial für die Wasserbettmatratze. Übrigens: Besonders beliebt sind Wasserbetten in den skandinavischen Ländern – dort schlafen schon über 30 Prozent der Bevölkerung auf einem Wasserbett.

Ein neues Bettkonzept
Heute gibt es gleich eine ganze Reihe unterschiedlicher Arten und Modelle von Wasserbetten. Unterschiede gibt es dabei aber lediglich im Detail, das Prinzip ist immer ähnlich. Herzstück der technisch durchdachten Schlaflösung mit Heizung und Temperaturregler ist stets der Wasserkern. Aufbau und Materialien dieses Wasserkerns sind letztlich auch für die Qualitätsunterschiede – und nicht zuletzt auch Preisdifferenzen! - der verschiedenen Modelle verantwortlich.

Wassermatratzen können in bestehende Bettgestelle eingebaut werden oder es wird eine integrierende Designfunktion vorgezogen. Die Matratzen können geteilt oder durchgehend sein (wichtig, wenn nur ein Partner auf Wasser schlafen will!), freistehend oder eingebaut sein.

Ein ganz wesentlicher Punkt bei der Wahl eines Wasserbettes liegt in den sogenannten „Beruhigungsstufen“. Vereinfacht ausgedrückt, entscheiden diese Stufen, ob man es dann so richtig „schwabbelig“ hat oder je nach Geschmack so fest, dass man kaum einen Unterschied zu „normalen“ Betten hat.

Richtig gesund oder nur Einbildung?
Am weitaus heftigsten wird stets über die positiven medizinischen Wirkungen des total entspannten Schlafes diskutiert. Verfechter des Wasserbett-Konzeptes, darunter auch viele Ärzte und Physiotherapeuten, heben die absolut muskelentspanndende Eigenschaft der Wasserbettmatratze hervor: Das Wasserbett passt sich stets total dem Körper ab, verhilft derart zur optimalen Schlaf- und Liegeposition und soll vor allem bei Rückenleiden wahre Wunder wirken.

Tatsache ist jedenfalls, dass Wasserbetten bei einigen medizinischen Therapien Verwendung finden (z.B.: Brandopfer, Frühgeburten, bettlägerige Patienten etc.).

Einige Hersteller arbeiten bei der Entwicklung ihrer Produkte auch gezielt mit Medizinern zusammen. So wurde z.B. ein eigenes System der Firma „ITW“ (Serie „Traunsee“) gemeinsam mit Dr. Christian Mahringer, Facharzt für Unfallchirurgie und Sportarzt, einem Dauertest im Pflegebereich unterzogen.

Zusätzlich gelten moderne Wasserbett-Systeme – richtige und regelmäßige Pflege vorausgesetzt – als besonders hygienisch und als für Allergiker sehr gut geeignet.

Einige Experten-Tipps zum Kauf
Vor allem bei den Wasserbetten gibt es große Qualitätsunterschiede und scheinbare Schnäppchen können sich so zu wahren Kostenfressern entwickeln. Das Problem: Für den Käufer sind diese Qualitätsunterschiede meist nur schwer bis gar nicht zu erkennen.

Klaus Wolfsgruber, Geschäftsführer des heimischen Wasserbett-Produzenten „ITW“ empfiehlt, beim Kauf besonders auf folgende Punkte zu achten:

  • Nach Schauwürfel fragen: Gute Anbieter zeigen so dem Käufer, was sich im Inneren der Matratze befindet und wie sie aufgebaut ist. Qualitätsunterschiede können so leichter erkannt werden.
  • Vinylstärke: Als Faustregel gilt, dass Wasserkern und Sicherheitswanne dieselbe Vinylstärke aufweisen sollten. Achtung: Hier sparen manche Hersteller gerne!
  • Vliesgitter: Vliese werden zur Beruhigung des Wasserbettes eingesetzt. Gute Betten enthalten häufig ein eigenes Vliesgitter – so werden die Vliese geschont und sind besonders haltbar.
  • Bezug: Eckschweißungen sollten sauber sein und keine Kratzer aufweisen. Optimal ist eine drei- oder vierfache Verschweißung. Beim Drüberstreichen darf kein „Wulst“ fühlbar sein.
  • Service: Aktiv nach weitergehendem Service fragen. Händler in der Nähe empfehlenswert (Anfahrtswege bei allenfalls erforderlichen Serviceleistungen!).
  • Rückenprobleme: Personen, die bereits an akuten Problemen (z.B. an den Bandscheiben) leiden oder auch ältere Menschen sollten Systeme mit eingebauten Rückenstützen bevorzugen. So wird auch das Niederlegen und Aufstehen erleichtert.
  • Probeliegen und Umtauschrecht: Rücken- und Gelenksprobleme sind stets sehr individuell. Häufig entscheidet sich oft erst nach Wochen, ob das Wasserbett rundum gut tut oder nicht bzw., ob eine andere Stärke gewählt werden soll. Beim Kauf nach Probeliegen und eventuellen Umtausch- bzw. Rückgabeoptionen fragen!
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