Haufen als Kinderstube

Umweltschützer schaufeln Schnee für Baby-Robben

Tierecke
20.02.2018 10:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Saimaa-Ringelrobbe gehört zu den am stärksten bedrohten Robben weltweit. Jetzt haben Umweltschützer in Finnland zu ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen, um sie zu retten. Auf dem zugefrorenen Saimaa-See, dem größten See des Landes, schoben sie Schnee zu großen Haufen zusammen. Dieser dient als Kinderstube für Babyrobben.

Die Süßwasserrobbe bekommt ihre Jungen in Höhlen, die sie in Schneeverwehungen auf dem Eis gräbt. In den vergangenen Jahren gab es nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF aber nicht genug Schnee dafür.

"Wenn es keine Schneehaufen gibt, werden die Jungen auf dem offenen Eis geboren", erklärte der finnische WWF-Sprecher Joonas Fritze. Dort seien sie nicht ausreichend gegen Raubtiere, die Kälte und Störungen durch den Menschen geschützt. Nur etwa die Hälfte der Jungtiere überlebe.

Die Umweltschützer gehen davon aus, dass es nur noch etwa 360 bis 380 Saimaa-Ringelrobben gibt. Die Unterart mit dem Fachnamen Pusa hispida saimensis existiert nur am Saimaa-See im Südosten Finnlands. Eine große Gruppe Freiwilliger schaufelte deshalb Ende Jänner rund 280 Schneehaufen zusammen - jeweils rund einen Meter hoch und etwa sieben Meter lang. Auch im vergangenen Jahr waren die Umweltschützer bereits aktiv. Mit Erfolg: Die seltenen Robben bekamen 81 Junge, mehr als 90 Prozent davon in künstlich angelegten Schneehaufen.

Eine langfristige Lösung könne das allerdings nicht sein, betont der WWF. "Der beste Weg ist, den Klimawandel zu bekämpfen", erklärten die Umweltschützer.

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