Do, 19. Juli 2018

„Krone“ vor Ort

05.01.2018 19:34

So geht es im größten Asylquartier Wiens zu

Es ist das größte Quartier Wiens: 800 Asylwerber wohnen in vier Pavillons im Lainzer Geriatriezentrum. Die "Krone" sah sich die Unterkunft an.

Ankunft vor Pavillon 17: 120 junge Männer wohnen seit 2015 in dem Gebäude. "Die Hälfte hat noch immer nicht einmal ihr Erstgespräch im Asylverfahren gehabt", sagt René Zehner, Leiter der Unterkunft. "Was mache ich während des Wartens?", das ist die Frage, die man mit Beschäftigungsangeboten zu beantworten versucht.

An einem Gartenprojekt der Bewohner und einem improvisierten Sportplatz vorbei, führt der Weg zu den Pavillons 10 und 12. Hier wohnen jeweils 220 Personen. "Ab 22 Uhr schließen alle Türen", steht am Eingang. Ausgangssperre? "Nein, wir haben ordentliche Verhältnisse", so Zehner. Täglich müssen die Bewohner ihre Anwesenheit bezeugen, indem sie sich am Scanner ausweisen. "Aber alle können mit Schlüssel jederzeit rein- und rausgehen", betont Zehner.

"Anfängliche Skepsis ist kein Thema"
Probleme mit Anrainern seien im Villenbezirk Hietzing ein Mythos, sagt er. "Die anfängliche Skepsis ist kein Thema." Anrainer unterstützen Familien mit Deutschunterricht, helfen in dem Kindergarten im Pavillon 10 aus. Die Flüchtlinge unterstützen etwa die MA 48. Wo Hunderte in einer Unterkunft leben, kommt es zu Problemen, auch hier - die Polizei war schon da, es gab Essensbeschwerden und auch Streitereien.

Bis Ende 2018 wird die Lainzer Flüchtlingsunterkunft zusperren. "Je größer die Quartiere, desto schwieriger ist alles", sagt Zehner. "Wir werden auch die verbliebenen 32 Prozent in privaten Unterkünften unterbringen", so Flüchtlingskoordinator Peter Hacker. Der Unterschied zwischen der Stadt und der Bundesregierung sei die Zielsetzung: "Unser Ziel ist es, die Flüchtlinge in ein normales Leben zu integrieren", so Hacker.

Maida Dedagic
Maida Dedagic

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