Do, 18. Oktober 2018

Großer Effekt

04.01.2018 09:45

Wagen Sie einen Tapetenwechsel!

Mit neuen Farben ins neue Jahr: Tapeten liegen wieder stark im Trend und lassen der Kreativität bei der Raumgestaltung freien Lauf.

Neue Umgebung, frische Ideen – und das ganz ohne mühseligen Ortswechsel. Neue Tapeten im Schlaf- und Wohnzimmer oder in der Küche bringen eine willkommene Veränderung in den Alltag mit vergleichsweise geringem Aufwand.

Vor einiger Zeit noch galten Tapeten als verstaubtes Relikt ausgeblichener Modesünden aus den 1970er-Jahren. Danach versuchte man es mit weiß gestrichener Nüchternheit. Doch seit geraumer Zeit werden die weißen Wände wieder frisch tapeziert. Die Möglichkeiten sind heutzutage nahezu unbegrenzt. Eine kleine Übersicht soll etwas Struktur in die Artenvielfalt bunter Tapetenwelten bringen.

Wandbekleidung
Es gibt für alles eine Norm, so auch für Tapeten. Sie nennt sich DIN EN 235 und unterteilt Wandverkleidungen in zwei Hauptgruppen: Fertige Tapeten und solche, die aufgetragen und nachträglich beschichtet werden. Diese „überstreichbaren Wandbekleidungen“ haben einen großen Vorteil: Man kann sie mehrmals mit immer neuen Farben übermalen, ohne neu tapezieren zu müssen.

Raufasertapete
Der klassische Fall ist die gute alte Raufasertapete. Sie ist nach wie vor die populärste Tapetenart in den heimischen Wohnzimmern, weil sie so vielseitig einsetzbar ist. Raufasertapeten eignen sich für Wand und Decke, sind einfach in der Verarbeitung, und kleinere Unebenheiten oder Risse im Untergrund lassen sich damit wunderbar ausgleichen. Raufaser besteht aus mehreren Schichten Papier, das bei der Herstellung mit Holzfasern vermischt wird. Dadurch ergibt sich die raue, körnige Struktur.

Doch nicht alle überstreichbaren Wandbekleidungen haben eine derart raue Oberfläche. Viele bestehen heute auch nicht mehr aus Papier, sondern zum Beispiel aus Vlies, Kunststoff oder Glasfaser. Glasfasertapeten gelten als die strapazierfähigsten Tapeten überhaupt, weshalb sie häufig in besonders stark frequentierten Räumen, z.B. in öffentlichen Gebäuden, zu finden sind. Die Zugfestigkeit einer Glasfasertapete übersteigt die der Raufasertapete um etwa das Siebenfache und die der Vinyltapete um mehr als das Doppelte.

Papiertapete
Die zweite Hauptgruppe der strengen Tapeten-Norm bilden so genannte „fertigen Tapeten“. Ganz normale Tapeten also – nach dem Tapezieren ist hier keine zusätzliche Endbeschichtung mehr nötig. Man sucht sich ein Muster aus, dieses wird dann bahnenweise an die Wand gekleistert. Urtypischer Vertreter ist die Papiertapete. Sie besteht häufig aus Recyclingpapier, das mehrfarbig bedruckt ist. Einige Papiertapeten weisen auch eine reliefartige Prägung auf („Prägetapeten“). Papiertapeten kommen längst nicht mehr so oft zum Einsatz wie früher. Die praktische Vliestapete hat der Papiertapete den Rang abgelaufen.

Vliestapete
Vliestapeten sind in der Regel etwas teurer als Papiertapeten, dennoch nehmen viele Kunden den Preisunterschied in Kauf (der Marktanteil von Vliestapeten beträgt mittlerweile etwa 80 Prozent). Der Erfolg hat handfeste Gründe. Wandbekleidungen aus Vlies sind besonders leicht zu verarbeiten und überaus widerstandsfähig. Eine Vliestapete ist dimensionsstabil: sie dehnt sich nicht und zieht sich auch nicht zusammen. Kleinere Risse lassen sich damit gut überbrücken bzw. kaschieren. Sie sind wasser- und dampfbeständig und können deshalb auch in Nassräumen oder in der Küche eingesetzt werden. Die meisten Modelle sind zudem schwer entflammbar. Und wenn irgendwann renoviert werden muss, lassen sich Vliestapeten relativ einfach wieder von der Wand abziehen und rückstandslos entfernen. Das Trägermaterial bei der Vliestapete besteht aus einer Kombination von Zellstoff und Textilfasern. Das ist weniger deckend als bei einem Papierträger – deshalb sollte der Untergrund für eine Vliestapete farblich einheitlich sein, damit nichts durchschimmert. In den Baumärkten findet man dafür spezielle Grundierungen („Tapetengrund weiß“).

Fototapete
Wenn es gut gemacht ist, kann der Effekt schon verblüffend sein: Fotorealistische Motive wie Steinmauern und rustikale Bretterwände sind beliebte Tapetenmuster auf Vlies oder Papier. Manche dieser so genannten „dekorativen Tapeten“ ragen gar reliefartig ein Stück weit in den Wohnraum. Auch die gute alte Fototapete mit wandfüllenden Großmotiven, die aus mehreren Tapetenbahnen zusammengesetzt werden, erlebt derzeit eine Renaissance. Dank fortschreitender Technik und Digitalisierung sind derartige Großdrucke heute zu vergleichsweise günstigen Preisen zu haben.

Die Fototapete ist eine wunderbare Spielwiese für alle kreativen Köpfe und Hobbyfotografen, deren Lieblingswerke hier wirklich ganz groß zur Geltung kommen. Daneben gibt es aber auch eine unermesslich große Auswahl an fertigen Motiven – vom Sonnenuntergang auf den Malediven bis hin zu frostigen Polarnachtimpressionen. Je nach Größe besteht eine Fototapete aus ein bis acht Teilen. Das Anbringen ist kein ganz leichtes Unterfangen – viele Anbieter liefern aber wertvolles Zubehör mit, um ein möglichst kratz- und blasenfreies Verkleben zu gewährleisten.

Noch mehr Tapeten
Es gibt eigentlich kaum eine Substanz, die sich nicht in irgendeiner Form auch auf Wände tapezieren ließe. Vinyl- bzw. Schaumvinyltapeten sind abwaschbar und sehr robust, weshalb sie z.B. von Eltern gern im Kinderzimmer gesehen sind. Sie bestehen meist aus einer Trägerschicht (Papier oder Vlies) sowie einer speziellen Kunststoffbeschichtung (PVC, PU) und es gibt sie in allen erdenklichen Farben und Mustern: mit glatter oder geprägter Oberfläche, bis hin zu plastischen, dreidimensionalen Strukturen. Darüber hinaus finden sich in den Baumärkten und Möbelhäusern auch noch Textiltapeten, Velourstapeten oder Naturwerkstoff-Tapeten – und solche, die mit schillernden Metall-Effekten an den Wänden glänzen. Das Spektrum der optischen Gestaltungsmöglichkeiten ist schier überwältigend.

wohnkrone.at

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