25.08.2009 16:45 |

Kopf an Kopf

Offenbar Stichwahl in Afghanistan erforderlich

Nach der Präsidentenwahl in Afghanistan zeichnet sich nach ersten amtlichen Ergebnissen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Hamid Karzai und dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah ab. Zwischen den beiden Kontrahenten dürfte es somit zu einer Stichwahl kommen.

Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) teilte am Dienstag in Kabul mit, Karzai habe 212.927 und damit rund 40,6 Prozent der bisher ausgezählten Stimmen auf sich vereinigt, während Abdullah 202.889 bzw. 38,6 Prozent der Stimmen bekam. Der Abgeordnete Ramasan Bashardost kam mit fast 54.000 Stimmen auf 10,2 Prozent, der ehemalige Finanzminister Ashraf Ghani mit gut 15.000 Stimmen auf 2,9 Prozent. Nach eigenen Angaben der IEC basiert dieses Ergebnis jedoch auf bisher nur 524.444 ausgezählten Stimmen. Knapp 95 Prozent der abgegebenen Stimmzettel trafen inzwischen bei der Wahlkommission ein, Wahlzettel aus den Provinzen Helmand im Süden und Badachshan im Norden liegen jedoch noch nicht vor.

Zahl der Wahlberechtigten korrigiert
Nach Berichten über eine geringe Wahlbeteiligung korrigierte die IEC inzwischen die Zahl der Wahlberechtigten nach unten. IEC-Sprecher Noor Mohammad Noor sagte am Dienstag, man gehe nun von rund 15 Millionen Wahlberechtigten aus. Die Wahlkommission hatte ursprünglich mitgeteilt, 17 Millionen Wähler seien registriert worden. Karzais Wahlkampfteam hatte bereits am Tag nach der Wahl den Sieg für den Präsidenten im ersten Wahlgang beansprucht.

Zahl der Beschwerden explodiert
Die Zahl der Beschwerden über Manipulationen bei der Abstimmung stieg unterdessen sprunghaft an. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Beschwerdekommission teilte am Dienstag mit, 790 Einwände seien seit dem Wahltag bei ihr eingegangen, 54 Vorwürfe hätten "hohe Priorität" und könnten den Wahlausgang beeinflussen. Am Sonntag waren es noch 225 Beschwerden gewesen, davon 35 mit "Priorität A". Sowohl Karzais Lager als auch jenes von Abdullah hatten der jeweils anderen Seite seit dem Wahltag wiederholt Wahlbetrug vorgeworfen und die Mehrheit für sich reklamiert.

Ergebnisse erst für Anfang bis Mitte September erwartet
Ein erstes umfassendes Ergebnis könnte der Wahlkommission zufolge zwischen dem 3. und 7. September mitgeteilt werden, das amtliche Endergebnis wird dann zwischen dem 17. und 21. September erwartet. Es soll aber erst offiziell bestätigt werden, wenn die Kommission für Wahlbeschwerden ihre Ermittlungen wegen Wahlbetrugs abgeschlossen hat.

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