Exotische Lieferung

Schlangen, Störche & Co. in Laster eingepfercht

Steiermark
22.06.2009 15:56
Nicht schlecht gestaunt haben Polizisten der steirischen Landesverkehrsabteilung, als sie auf der Südautobahn im Bezirk Graz-Umgebung einen Tiertransporter kontrollierten. Sie fanden Krokodile, mehrere Riesenschlangen (Boa Constrictors), Störche, Warane und zahlreiche Frösche. So außergewöhnlich die Ladung schien, so illegal dürften die Bedingungen des Transports gewesen sein: Tierärzte stellten "gravierende Tierschutzmängel" fest, der Fahrer des polnischen Transporters wurde angezeigt.

Der Laster ist bereits am Freitag gegen 17.00 Uhr bei Mooskirchen kontrolliert worden, die Exekutive gab den Vorfall aber erst am Montag bekannt. Das aus Warschau kommende Fahrzeug war nach Rom unterwegs und hatte laut Polizeibericht fünf Krokodile, 29 Störche, zehn Schlangen, neun Warane, drei Kakadus und 30 Frösche an Bord.

Bilder aus dem Tiertransporter findest du in der Infobox.

Fast alle Frösche tot
Die erlaubte Transportdauer war erheblich überschritten. Die Störche wurden zudem zu zweit in Kisten transportiert, weshalb die Verletzungsgefahr groß war. Die Tränkung der Vögel erfolgte mittels Kübel und Strick. 28 der 30 Frösche waren wegen der rohen Transportweise (in Papier eingewickelt) bereits verendet. Auch die kleinen Warane fand man in Zeitungspapier eingewickelt vor. Die Schlangen wurden in Säcken transportiert. Einen Transport dieser Art habe man zum ersten Mal angehalten, so Wolfgang Teutschl von der Landesverkehrsabteilung.

"Reise" durfte fortgesetzt werden
Den Kakadus fehlte in einer Transportbox ebenfalls der nötige Platz. Weiters mangelte es an ausreichender Frischluftzufuhr, ebenso an Hinweisen auf den Transportboxen, dass darin gefährliche und scheue Tiere befördert würden. Einige der Tiere fallen zwar unter das Washingtoner Artenschutzabkommen zum Schutz von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, der Lenker hatte allerdings die erforderlichen Genehmigungen zum Transport bei sich. Nachdem die Tiere getränkt und untersucht worden waren, durfte der Fahrer seinen Weg fortsetzen.

Der 57-jährige Pole musste eine Geldstrafe bezahlen, außerdem wurde er angezeigt. "Ob die Behörde in seinem Heimatland diese Anzeige exekutiert, ist aber fraglich", so ein erhebender Beamter.

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