14.01.2004 12:28 |

Wal-Begräbnis

Schande: Ist Keiko "Sondermüll"?

Es war das Jahr 1993 -Killerwal "Keiko" schwamm sich im Film "Free Willy" in die Herzen von Millionen Kindern weltweit. Dazu schmalzte Michael Jackson "Will you be there?" Kurz vor der Jahrtausendwende wurde Keiko, der in Gefangenschaft aufwuchs, dann in die Freiheit entlassen - jetzt ist er tot und über sein Land-Begräbnis gibt es einen skurrilen Streit.
Dutzende TV-Stationen waren anwesend, als Keikoseine Filmgeschichte auch im echten Leben nachvollziehen durfte- der Sprung ins kalte Wasser der Freiheit. Kinder und Erwachseneweltweit jubelten und alles schien gut zu sein.
 
Aber: Dieses Jahr verendete Keiko in einem norwegischenFjord. Er war offenbar doch nicht für die Freiheit geschaffen.Viel schlimmer aber: der skurrile Streit um Keikos Begräbnis.
 
Umweltschützer sind nämlich der Meinung,dass Keikos verwesender Leichnam eine Gefahr für die Umweltbedeute. Warum? Killerwale ernähren sich hauptsächlichvon Seehunden und fettreichen Fischen - in diesen findet sichaber häufig das gefährliche Gift "PCB". "PCB ist einextrem gefährlicher Stoff", so Hans Aasen von der norwegischenUmweltschutzbehörde. Andererseits will man sich aber auchgegen Vorwürfe wehren, dass man den verwesenden Keiko als"Sondermüll" behandelt: "Wir sprechen hier von einem gestrandetenWal und nicht von Sondermüll!"
 
Tatsächlich dürfte die Diskussion aberbereits hinfällig sein, denn Keiko wurde bereits unter großerAnteilnahme bei Moere og Romsdal feierlich zu Grabe getragen.Jedoch: eine offizielle Genehmigung dafür gab es nicht unddeshalb untersuchen die Behörden den Fall jetzt nochmalsgenau. Eine Exhumierung Keikos ist nicht ausgeschlossen, genausowenig wie ein "klassisches" Walbegräbnis - Keikos Kadavereinfach aufs Meer hinausschleppen und seinem Schicksal überlassen.
 
Den Fans von Keiko ist das alles (noch) egal: sieerrichteten an der Grabstätte des Kult-Killerwals ein Steinmonument...
Freitag, 26. Februar 2021
Wetter Symbol