Die 47-jährige Blondine ist kein unbeschriebenes Blatt: Vor einigen Jahren hatte ein Steirer für sie einen Banküberfall begangen, weil sie Geld von ihm wollte. Einem alles andere als wohlhabenden Arbeiter soll sie 50.000 Euro herausgelockt haben.
Enttäuschter Liebhaber beging Selbstmord
Bei ihrer Tätigkeit in einem Bordell hatte sie schließlich den - verheirateten - Weststeirer kennengelernt. Nach einiger Zeit trafen sich die beiden auch privat, und schließlich gab der Mann ihr Geld für den Kauf eines Hauses. Sie zog mit ihren vier Kindern gleich dort ein, er wollte später dazukommen. Aus den Aufzeichnungen des Weststeirers ergibt sich, dass die Frau aber gar keine Beziehung mit ihm wollte. Als ihm das klar wurde, brachte sich der enttäuschte Liebhaber um. In seinem Abschiedsbrief hieß es: "Sie ist falsch wie eine Schlange" und "sie hat mich nur ausgenutzt".
"Nur weil man Geld bekommt, ist das noch kein Betrug"
Die 46-Jährige fühlte sich in keiner Weise schuldig. "Nur weil man Geld bekommt, ist das noch kein Betrug", meinte auch der Anwalt der Slowakin. Sie gab zu, 150.000 Euro erhalten zu haben und diese wären für das Haus gewesen, von mehr wollte sie nichts wissen. Ihr Sohn sollte auf Kosten des Freundes ein Tattoo-Studio eröffnen, was aber trotz zahlreicher Anschaffungen bisher an der mangelnden Ausbildung des jungen Mannes scheiterte.
Gesamten Ersparnisse flossen in Beziehung
Unter den Zeugen war auch der 23-jährige Sohn des Verstorbenen, der schilderte, wie er die Freundin des Vaters kennengelernt hatte. "Ich habe sie gefragt, ob sie ihn liebt, aber sie hat gesagt, das weiß sie nicht, sie verstehen sich aber gut", erzählte er. Die gesamten Ersparnisse des Mannes flossen jedenfalls in diese Beziehung. Nach seinem Tod fand sich bald ein neuer Geldgeber, ein gewisser "Walter" kommt jetzt für die Slowakin und ihre Familie auf. Die Beweggründe sind wieder die selben: "Er will nicht, dass meine Mutter weiter arbeitet", so der Sohn der Angeklagten.
In den Nachmittagsstunden wurde der schon einmal vertagte Prozess neuerlich vertagt. Die 47-jährige, die sich bisher auf freiem Fuß befunden hatte, wurde im Gerichtssaal in U-Haft genommen.
Symbolbild
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