Dienstag, 9.00 Uhr früh - Stunde der Wahrheit! Die Post rückte via Internet mit der offiziellen "Schwarzen Liste" heraus (siehe Infobox); mit dem Erfolg, dass minutenlang das ganze System überlastet war.
Greißler, die Packerln annehmen
Erst eine halbe Stunde später war klar, welchen Kahlschlag sich das gelbe Unternehmen in der Steiermark leistet. Unrentable Filialen werden "zugedreht", sollen durch Postpartner (Greißler, die auch Packerln annehmen) ersetzt werden.
Süden und Osten besonders betroffen
"Die Post vergrößert ihr Netz" nennt man das also, wenn die Regionen ausgedünnt, über betroffene Mitarbeiter und Bürger drübergefahren wird. Federn lassen vor allem der Süden und Osten, wo "seit Jahren defizitäre" Ämter die Rollläden herunterlassen müssen.
"Man lässt die Bevölkerung im Stich!"
Der Schock in den Orten ist groß, - die Menschen machen ihrem Ärger Luft. So erfuhr zum Beispiel Kammerns Bürgermeister Karl Dobnigg erst aus dem Internet von der Schließung der Post: "Ich werde mich mit anderen Ortschefs kurzschließen, konzertierte Aktionen starten. Man lässt die ländliche Bevölkerung einfach im Stich!"
Die politischen Reaktionen:
AK-Präsident Rotschädl spricht von einer "Bankrotterklärung von Management und Politik".
Kommentar: Sperr-Tsunami
Das geht er ja schlau an, der Postfuchs! "Mehr Post für Steiermark - unser Netz wird dichter", so bewirbt die Post ein Sperrprogramm, das sich gewaschen hat. Die Wahrheit ist: 33 Land-Postämter werden geschlossen! Das sind zwar ein paar weniger, als auf den ominösen Listen gestanden sind, aber doch eine Ausdünnung der Regionen. Dass es weniger als angekündigt sind, ist dem enormen Druck der Medien-Öffentlichkeit zu verdanken. Dem Vernehmen nach haben in der Wiener Postzentrale bis in die Morgenstunden die Radiergummi geraucht, es hat massive (politische) Interventionen gegeben. Die Sperr-Pläne in den Landeshauptstädten etwa hat man komplett ausgenommen, da hat man sich nicht drübergetraut.
Trotzdem sind es Taschenspielertricks, mit denen versucht wird, weichzuzeichnen und zu schönen. Dass Postpartner gefunden wurden, bravo! Aber wie lange werden die durchhalten? In der Vergangenheit haben schon einige das Handtuch geworfen. Und: Aus der Politik ist zu hören, dass diese Schließungswelle eben eine Welle ist, der große Post-Tsunami kommt erst...
Story und Kommentar von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
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