Üble Masche

Vorsicht bei Werbeanrufen

Steiermark
27.01.2009 16:00
Tipp-Gemeinschaften aus dem süddeutschen Raum sind wieder auf Beutezug in der Steiermark. Die Anrufe laufen stets nach dem gleichen Strickmuster: Man sei "auserwählt", hohe Gewinne werden versprochen. Was steckt dahinter? Wir haben mit AK-Experte Peter Kiesswetter gesprochen.
Herr Doktor Kiesswetter, was hat es mit diesen Anrufen auf sich? Ist das erlaubt? 
"Anrufe zu Werbezwecken sind unzulässig! Das verbietet das Telekommunikationsgesetz. Diese Firmen müssten vorher schriftlich um Erlaubnis bitten."

Wie kann man sich dagegen wehren? 
"Durch eine Beschwerde beim Fernmeldebüro für Steiermark und Kärnten." 

Wer darauf reinfällt... 
"Der handelt auch gegen das Gesetz. Man darf vom Inland aus nicht im Ausland setzen - das verstößt gegen das österreichische Glücksspielmonopol." 

Was raten Sie daher? 
"Am besten sofort auflegen. Die versprochenen Gewinne werden ohnehin nie kommen. Und wenn doch, sind es sicher keine hohen!" 

Was meinen Sie? 
"Jeder Gewinn wird durch die Anzahl der Mitglieder einer solchen Lottospielgemeinschaft geteilt. Man bekommt also nur seinen Anteil. Und die Firma lässt sich das natürlich auch löhnen. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig." 

Was gilt es sonst noch zu beachten?
"Am Telefon nie die Konto-Nummer bekannt geben! Das ist ein absolutes Tabu und kann richtig ins Auge gehen." 

Woher nehmen diese Keilerfirmen eigentlich ihre Kontakte? 
"In der heutigen Zeit wird ein reger Handel mit Kundendaten betrieben. Man muss einfach genau aufpassen. Was immer man unterschreibt - und sei es nur um bei einem Gewinnspiel teilzunehmen -, immer das Kleingedruckte lesen. Dort ist nämlich meist der Hund begraben." 

Mehrwert-SMS 
Unerbetene SMS sind nicht nur lästig, sie können auch teuer werden. Dabei setzen Handy-Dienste nicht nur auf aufdringliche Werbung, sie drängen den Konsumenten teure Mehrwert-SMS oft richtiggehend auf. Dabei werden eingehende, unbestellte SMS verrechnet oder es finden sich in den Nachrichten so genannte Web-Push-Links, die die Handy-Nutzer unachtsam aktivieren. Wichtig ist: Kontrollieren Sie Ihre Telefonrechnung (bei Einspruch Fristen beachten!) und lassen Sie sich Mehrwertnummern kostenlos von Ihrem Netzbetreiber sperren! 

Spam-Mails 
Die Praktiken der Internet-Abkassierer werden immer perfider. So landen immer mehr persönlich adressierte Spam-Mails (90 Prozent aller in Österreich eingehenden Mails sind Spam) in den elektronischen Postfächern der Steirer: Werbung für die billige Viagra-Tablette etwa oder für die Creme gegen Haarausfall. Einfach nur lästig! Heikel wird es bei - ebenfalls persönlich adressierten - Mails, die den Nutzer auf präparierte Websites locken, wo Kriminelle persönliche Infos stehlen wollen. Hier gilt: Ignorieren! Und so schnell wie möglich löschen!

von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

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