Vor Gericht zeigten sich alle sechs Angeklagten äußerst manierlich, der Vorfall warf aber ein anderes Bild auf die sechs jungen Männer. Nach einem Discobesuch hatten sie zwei Burschen auf der Straße gesehen, mit denen es im Lokal schon Probleme gegeben hatte. Die Gruppe stieg aus dem VW-Bus und griff das Brüderpaar an. "Alle haben gerauft, ich hab' nicht genau gesehen, wer wo war", schilderte einer der Beschuldigten. Er gab aber auch zu, auf einen der beiden am Boden liegenden Burschen hingetreten zu haben. Dieser erlitt dadurch Brüche im Gesicht.
Angeklagter nun doch geständig
"Ich hab' nur g'schupft", meinte einer, im Übrigen habe er "nur Füße gesehen". Ein anderer, der zunächst alles abgestritten hatte, war nun doch geständig. "Ich hab' bei der Polizei gelogen, weil ich gedacht hab', dass ich aus der Sache herauskomme", meinte er. Eines der Opfer bekam gleich im Gerichtssaal 500 Euro Schmerzensgeld, der Rest folgt innerhalb von sechs Monaten, wobei man sich über die Höhe noch nicht ganz einig ist.
"Warum tun Sie so etwas? Aus Lust am Schlägern?", fragte Richterin Angelika Hacker, erntete aber nur verlegenes Lachen und Schulterzucken. Einer der Angeklagten wurde aufgrund mehrerer Vorstrafen zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt, drei kamen mit einer diversionellen Einigung - sie müssen gemeinnützige Arbeit leisten - davon. Zwei der Beschuldigten wurden freigesprochen, weil ihnen eine aktive Mitwirkung an den Verletzungen nicht nachgewiesen werden konnte.
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