Hart zu beschreiben, wie wir diesen Ort vorgefunden haben - weil sich bei diesem Anblick schlicht Sprachlosigkeit breit macht. Wohnwägen, ineinander verkeilt wie eine Wagenburg. Büsche und Sträuche überwuchern das mit Planen bedeckte "Lager". Müll und Gerümpel liegen kreuz und quer: umgestürzte Fässer, kaputte Geräte, Kanister, "Radl-Leichen", Scheibtruhen.
Beißender Geruch
Überall Laub, feuchtes Holz, der beißende Geruch von Schimmel, Moder und Verwesung. Stromleitungen liegen offen. Die Verschläge sind bis an die Decke vollgeräumt mit altem Plunder. Vor dem "Haus" stehen noch die verlassenen Verliese der Tiere: dreckige Käfige, aus denen sie gerettet werden konnten. Zwei Katzen schleichen verstört auf dem Areal herum. Kurzum: ein Desaster.
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"Hier leben Menschen wie in Slums der Dritten Welt", war Herbert Oster vom Aktiven Tierschutz jedenfalls fassungslos. Der Tierschützer verlangte, dass die Behörden hier dringend tätig würden - für die Menschen.
Fall seit Jahren bekannt
Das Unglaubliche daran: Der Lebensumstand ist der Behörde seit Jahren bekannt. "Ich sehe hier keinen Fehler", meint jedoch Gernot Wippel, Chef des Sozialamts. Ein Ehepaar lebe seit 30 Jahren "dort unten" - "und hat halt eine unübliche Wohnform." Man habe bereits Arbeitsgruppen eingesetzt um etwas zu ändern - das sei aber an Widerstand gescheitert. Wippel: "Der Mann ist jetzt drei Wochen im Spital (Anm.: Auch die Frau ist zurzeit in einer Klinik.) - wir werden die Zeit nutzen, um dort einiges zu verbessern."
von Christa Blümel und Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone" und steirerkrone.at
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