Täter sind Kinder

Junge “Messer-Räuber” bleiben straffrei

Steiermark
04.08.2008 16:12
Wegen der explodierenden Zahl der Kinderkriminalität hat Innenministerin Maria Fekter eine Senkung der Strafmündigkeit gefordert, um auch bei Kindern ein Unrechtsbewusstsein zu bilden. Denn das scheint es nicht zu geben: Wie bei jenem Zwölfjährigen und seinem Cousin (13), die zwei Grazer überfielen - von Reue keine Spur...

Sie brauchten das Geld für Panini-Pickerl in ihrem Fußball-Album - das ist die schlichte und für sie anscheinend logische Erklärung, warum ein Zwölfjähriger und sein Cousin (13) Mitte Juni im Grazer Volksgarten zwei Schüler (13 und 14 Jahre alt) ausgeraubt hatten. Der Zwölfjährige hatte die beiden zuvor mit einem Butterfly-Messer bedroht - das er in einem Grazer Geschäft gekauft hatte - und das ganze mit den Worten "Handy her, oder ich stech' dich ab!" untermauert.

Das geraubte 200 Euro teure Handy wurde über Vermittlung ihrer bosnischen Verwandtschaft (Onkel und Cousins zwischen 13 und
39 Jahre alt) weiterverkauft.

Kein Unrechtsbewusstsein
Für die Beute bekamen sie 60 Euro, die die beiden Schüler eben in Panini-Sticker investierten. Laut Polizei zeigten sich die Kinder zwar geständig, von Reue oder Unrechtsbewusstsein fehlte bei ihnen aber jede Spur.

Strafunmündig
Nicht verwunderlich, immerhin gehen sie doch straffrei aus, weil sie unter 14 und strafunmündig sind. Damit wird die Forderung der Innenministerin immer aktueller, die eine Senkung auf 13 Jahre fordert. Und dabei geht es nicht darum, die Missetäter vor Gericht zu stellen, sondern um Diversion wie gemeinnützige Arbeit oder Schadenswiedergutmachung. Vielleicht könnte das ihr Unrechtsbewusstsein schärfen...

von Eva Molitschnig, "Steirerkrone"

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