Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Mittwochnachmittag kurz nach der Ortsgrenze von Zerlach auf dem Kirchbacher Friedhof der Angestellte Richard W. zu Grabe getragen. Der zweifache Familienvater war am 22. Juli, an seinem vierten Urlaubstag, vor der Ostküste Korsikas vor den Augen seiner Freunde im 44. Lebensjahr tödlich verunglückt. Eine mächtige Welle hatte den nur bis zum Bauch im Wasser stehenden Oststeirer erfasst und mit voller Wucht gegen einen Felsen geschleudert.
"Hagelkörner wie Golfbälle"
Kurz nach 15 Uhr, als der Sarg mit den sterblichen Überresten langsam ins Grab hinabgelassen wurde, verfinsterte sich plötzlich der Himmel. "So etwas habe ich noch nie erlebt", schildert der Zerlacher Bürgermeister Franz Löffler das "Inferno", das 15 Minuten dauerte und das Begräbnis abrupt beendete: "Hagelkörner, groß wie Golfbälle, sind heruntergekommen, nicht jeder Trauergast hat gleich einen Unterstand gefunden." Anita Auer (40), seine Tochter, erinnert ein blauer Fleck am Hinterkopf ans Unwetter: "Ich war 50 Meter vom nächsten Dach weg, da habe ich halt einige Hagel-'Geschoße' auf den Kopf bekommen."
Acht Verletzte
Böse erwischte es acht Trauergäste - und das deshalb, weil sie vor dem Hagel Zuflucht gesucht hatten. Sie alle standen unter einem Glasdach, das unter dem Druck der eisigen Kugeln zerbarst. Die Frauen und Männer erlitten Schnittwunden im Gesicht. Sie alle hatten aber noch die Kraft, 22 Kilometer weit zum LKH Feldbach zu fahren, wo sie versorgt wurden.
Bilder von den Hagelschäden findest du in der Infobox!
In Zerlach wurden zahlreiche Maisäcker - darunter auch der Acker des Bürgermeisters - verwüstet. Bei den Häusern von Johann Matzer (60) und seinem Bruder Franz (52) beschädigte der Hagel die Hausdächer; zudem wurden durch den Sturm Bäume entwurzelt. Die Schadenshöhe lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.
von Manfred Niederl, "Steirerkrone" und steirerkrone.at
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