Grenzen wieder zu

Spielfeld soll Filter für “Problemfans” werden

Steiermark
28.05.2008 17:48
"Ihren Reisepass, bitte" heißt es ab 2. Juni wieder an den österreichischen Grenzübergängen. Erst im Dezember waren auch die Kontrollen bei den neuen EU-Nachbarstaaten gefallen, anlässlich der EURO 2008 werden sie nun wieder - auch nach Deutschland und Italien - eingeführt. Ziel ist es, "Problemfans" schon an der Grenze aus dem Verkehr zu ziehen, so Vertreter des Landespolizeikommando Steiermark am Dienstag in Spielfeld, am Übergang zu Slowenien.

Bei den Kontrollen werde ein besonderes Augenmerk auf Mannschaftsanhänger gelegt. Urlauber hingegen werden wahrscheinlich kaum kontrolliert und durchgewunken, so Karl Archan vom Landeskriminalamt. Um Personen die Einreise verweigern zu können, müssten Gründe vorliegen: Illegale oder gefährliche Waffen - zum Beispiel Wurfsterne oder als Fahnenstangen getarnte Schlagstöcke - deuten auf gewaltbereite Fans hin. "Nur weil mir ein Gesicht nicht passt oder der zu Kontrollierende eine Grimasse schneidet, kann ich ihn nicht zurückweisen", erklärte Archan.

"Schwarze Liste"
Zur Unterstützung dient den Grenzbeamten eine "Gewalttäterdatei" mit Eintragungen von Behörden aus ganz Europa. Außerdem sollen allein in Spielfeld 15 Polizisten aus Kroatien, der Türkei, Rumänien und Italien mitkontrollieren. Kooperationen mit den slowenischen Beamten ermöglichen kurzfristige Aufstockungen, wenn zum Beispiel ein verdächtiger Fanbus die Grenze zwischen Kroatien und Slowenien passiert hat. Den österreichischen Polizisten bleiben dann noch rund drei Stunden, um sich auf die anrollenden Gäste vorzubereiten.

Schleierfahndung im Grenzraum
Während die Kontrollen nicht durchgehend, sondern nur unmittelbar vor "Risiko-Spielen" durchgeführt werden, bleibt die Schleierfahndung im Grenzraum aufrecht, versicherte das Landespolizeikommando. Pünktlich zur EURO 2008 werden auch die markanten bunten Windräder - nach ihrer Restaurierung - auf die Stahldachkonstruktion über dem Autobahngrenzübergang montiert, so Chefinspektor Josef Knapp von der Polizei Spielfeld. Er zeigte sich gelassen, denn an seiner Grenze sei die Infrastruktur noch großteils vorhanden. An anderen Übergängen - beispielsweise nach Italien und Deutschland -, an denen schon lange nicht mehr kontrolliert werde, seien die Kollegen mit größeren Problemen konfrontiert.

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