Markus Dürager (links) und Thomas Mayrpeter (rechts)
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Weitere Ausfälle! ÖSV- Verletzungsmisere hält an

30.11.2015, 14:00
Man könnte von einer bitteren Ironie des Schicksals sprechen. Ausgerechnet in Lake Louise, wo das erste Mal der Airbag für den alpinen Skisport zum Einsatz kam, der Rennunfällen etwas von ihrer zerstörerischen Kraft nehmen soll, verletzten sich zwei junge Österreicher bei Stürzen schwer. Markus Dürager und Thomas Mayrpeter sind die nächsten Ausfälle in einer bereits verhext scheinenden Saison.

Der größte Schock ereilte den Österreichischen Skiverband (ÖSV) und Skifans weit und breit drei Tage vor dem Weltcup- Start in Sölden, als Anna Fenninger  bei einem Trainingssturz gleich mehrere Bänderrisse im Knie erlitt. Die Galionsfigur bei den Damen wird frühestens im Oktober 2016 in den Weltcup zurückkehren.

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Der Salzburger Joachim Puchner  musste seine Ambitionen aufgrund einer Patellasehnenverletzung frühzeitig begraben. Die Vorarlbergerin Elisabeth Kappaurer zog sich Mitte November eine Knorpelverletzung zu, muss einige Monate pausieren. B- Kader- Athlet Daniel Danklmaier erlitt wie Fenninger einen Kreuzbandriss und mehrere Meniskusverletzungen, auch für ihn war die Saison damit frühzeitig beendet.

Dürager und Mayrpeter fallen ganze Saison aus

Die jüngsten Ausfälle betreffen Mayrpeter (Kreuzbandriss) und Dürager (Schien- und Wadenbeinbruch), die heuer beide über den Europacup Weltcup- Fixstartplätze herausgefahren hatten. Dass sich am Wochenende auch noch Marcel Hirschers Pressebetreuer Stefan Illek Schien- und Wadenbein brach, setzt dem Ganzen die Krone auf.

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Bei dem am Sonntag nach etwa 50 Fahrsekunden im Super- G gestürzten Mayrpeter bestätigte sich am späteren Nachmittag der erste Verdacht. Der gebürtige Steyrer erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie, zusätzlich ist auch der Meniskus verletzt. Dabei schien der 23- Jährige zunächst glücklich davongekommen zu sein: Er stand sogar wieder auf und wollte ins Ziel rutschen, als es ihn noch einmal hinlegte. Der Super- G-Juniorenweltmeister 2013 soll in den kommenden Tagen in Österreich operiert werden.

Schon am Samstag verlor der ÖSV in der Abfahrt Markus Dürager. Der 25- Jährige brach sich zusätzlich zu seiner doppelten Fraktur im linken Unterschenkel auch das linke Handgelenk. Für einen Aufschrei im österreichischen Lager sorgte daraufhin die lange Versorgungskette bis zur ersten Operation im Foothills Medical Center in Calgary. Stundenlang war der Salzburger unterwegs und harrte mit einer komplizierten Verletzung zunächst in Banff aus, wo das Ärzteteam für die notwendige Behandlung offenbar nicht ausgerüstet war.

Reichelt: "Das ist ein Witz"

"Das ist ein Witz", war Hannes Reichelt  empört und kündigte in seiner Funktion als Athletenvertreter ein Nachspiel an. "Man lernt offenbar nicht aus Fehlern. Der Lanzinger -Unfall (2008 in Kvitfjell; Anm.) war ein Fehler, aus so etwas sollte man lernen. Dann stützen sie sich hier auf ein Protokoll, das sinnlos ist. Und das sagen nicht nur wir Österreicher." "Eine bodenlose Frechheit", nahm sich auch Matthias Mayer  kein Blatt vor den Mund. "In Österreich würde so etwas nicht passieren."

Doch nicht nur diese Debatte wurde in Lake Louise wieder entfacht. Auch das Thema Airbag wird wohl noch weiter diskutiert werden, legten die Verletzungen von Dürager und Mayrpeter doch den womöglich entscheidenden Punkt schonungslos frei. Denn die Entwicklung der italienischen Firma Dainese schützt bei einer optimalen Wirkungsweise Nacken und Rumpf des Sportlers, am häufigsten betroffen sind bei einem Sturz jedoch die Beine und besonders das Kniegelenk. Vor diesem Hintergrund wären vor allem in puncto Bindungsauslösung Innovationen bitter nötig.

So lange der Airbag nicht verpflichtend ist, sondern auf Freiwilligkeit beruht, ist sein Nutzen generell eingeschränkt. Ein weiterer Hemmschuh: Durch den Umstand, dass die überwiegende Anzahl der Fahrer nicht von Dainese unterstützt wird und die Mehrheit der nationalen Verbände das Unternehmen auch nicht im Ausrüsterpool hat, müssten die Anschaffungskosten der Weste von den Athleten mehrheitlich selbst getragen werden. Die knapp 1.000 Euro will aber keiner aufbringen, so lange man nicht weiß, ob das System wirklich eine Zukunft hat.

Gemischte sportliche Bilanz

Gemischt fällt die sportliche Lake- Louise- Bilanz aus österreichischer Sicht aus. In der Abfahrt durchwachsen, im Super- G stark - so könnte ein Kurzresümee lauten. Am Sonntag brachte der ÖSV mit Mayer, Max Franz  (4.) und Vincent Kriechmayr (8.) drei Fahrer unter die Top Ten, Reichelt (11.) und Romed Baumann  (12.) schrammten nur knapp dran vorbei.

In der Abfahrt war Franz als Sechster der Beste der rot- weiß- roten Armada, Mayer (8.), Klaus Kröll  (14.), Reichelt (18.), Baumann (19.) und Patrick Schweiger (20.) folgten. "Ich hoffe, dass in Beaver Creek eine Steigerung drinnen ist", sagte Reichelt.

30.11.2015, 14:00
AG/red
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