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22.07.2017 - 07:27
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)

Verstärkte Kontrollen nach schockierenden Videos

16.12.2014, 08:52
Mit großen Augen und wackeligen Beinen liefen die Kälber am Montag von den Transportern am Viehmarktgelände der Erzeugergemeinschaft Salzburg. Nach den Schockvideos des "Vereins gegen Tierfabriken", die für Furore sorgten, wollen die Behörden nun die Kontrollen massiv verstärken.

"Auf dem Video ist ja unter anderem zu sehen, wie die Kälber am Schweif hoch gezogen werden oder auch etwa einen Fußtritt bekommen. So etwas darf es natürlich nicht geben", sagt Tiertransportinspektor Manfred Pledl. "Bedenklich ist auch, dass da nicht etwa auch die Viehhändler vor Ort eingeschritten sind", fügt er hinzu.

"Warum wurde das Video nicht früher veröffentlicht?"

Trotzdem können er, Christophorus Huber, Amtstierarzt der Stadt Salzburg, und Vizebürgermeister Harry Preuner, der sich selbst ein Bild vor Ort machte, eines nicht verstehen: "Die Bilder stammen aus dem Sommer. Warum sind diese nicht schon früher veröffentlicht und wir informiert worden?"

Kälber kennen kein Leben außerhalb des Stalles
"Das Gelände hat sich zu einem Handelsplatz entwickelt. Man braucht eine gewisse Menge an Tieren, um die große Nachfrage abdecken zu können", so Huber. 1.000 Tiere kamen auch am Montag wieder an. Die Kälber sind zum Teil erst vier Wochen alt, kennen kaum das Leben außerhalb ihres Stalles. Entsprechend verschreckt sind sie auch, wenn sie über die Laderampe den Hänger verlassen.

Viehhändler: "Tiere haben oberste Priorität"

Einer der selbstständigen Viehhändler, der am Montag seine Kälber ablieferte, war Gerhard Pföß aus Bürmoos. Für ihn kämen Schläge oder ähnliches nicht in Frage. "Es ist sehr schwer, in unserem Bereich geschultes Personal zu finden. Bei mir stehen die Tiere jedenfalls an der ersten Stelle, haben oberste Priorität."

Kleine Schubser "gehören dazu"
"Dass hier einmal ein wenig angeschubst wird, damit das Tier den Hänger verlässt oder es auf der Rampe ausrutscht, gehört nun einmal dazu", sagt Huber. Nachdem die Kälber gewogen und ihre Ohrmarken registriert wurden, geht es für sechs Stunden in den Stall, bevor sie an den Bestimmungsort verfrachtet werden.

Transporte dauern oft mehrere Tage
Und dieser Weg kann mitunter sehr lange sein. Zwei Mal neun Stunden Fahrt, mit einer einstündigen Trinkpause dazwischen sind erlaubt - dann müssten die Tiere 24 Stunden an einer Kontrollstelle abgeladen werden. "Diese Kälber hier werden gegen 21 Uhr verladen, 600 bis 700 kommen wahrscheinlich nach Bozen", sagt Huber. Wo die Reise für die meisten aber lange nicht zu Ende ist...

16.12.2014, 08:52
Iris Wind, Kronen Zeitung/red
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