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02.12.2016 - 20:24
Foto: PETER TOMSCHI

Der Austropop- Star mit öffentlichem Privatleben

27.02.2010, 08:00
Vor drei Jahrzehnten erschien sein erstes Album, und im Jahr darauf gelang ihm mit dem gleichnamigen Hit der Sprung auf die "Strada del sole" des Austropop: Der vielseitige Rainhard Fendrich, Sänger, Moderator, Schauspieler, Entertainer und Musicalautor, avancierte rasch zu einem der großen Namen in der von ihm schon 1981 ironisierten "Schickeria" des österreichischen Pop. Jetzt ist Fendrich 55.

In den vergangenen Jahren wurde in den Medien neben seiner musikalischen Laufbahn auch umfangreich über Societygeschichten und private Ereignisse berichtet.

"30 Jahre live - Best of" heißt Fendrichs bisher jüngste CD. Und diese 30 Jahre waren höchst abwechslungsreich. Geboren wurde Rainhard Jürgen Fendrich am 27. Februar 1955 in Wien- Alsergrund. Nach Internat, abgebrochenem Jus- Studium und Schauspiel- und Gesangsunterricht gibt Fendrich 1980 gleich zwei Debüts: Als Schauspieler am Theater an der Wien und mit seinem ersten Album, "Ich wollte nie einer von denen sein". Schon ein Jahr später folgte der Durchbruch mit dem ersten großen Hit "Strada del Sole", von dem in Österreich 99.000 Singles verkauft werden.

Die rasante Abfolge von Hits wie "Schickeria" (1981), "Oben ohne" (1982), "Razzia" (1982) und "Es lebe der Sport" (1982) katapultierten Fendrich an die Spitze des Austropop und machten ihn auch in Deutschland bekannt, es folgten u. a. "Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk" (1984), "Wien bei Nacht" (1985), "Macho, Macho" (1988) und "I Am From Austria" (1990).

Wer soll dein "Herzblatt" sein?

Ab den 1990ern war Fendrich auch abseits des Musikbusiness und seiner sechs in diesem Jahrzehnt aufgenommenen Alben erfolgreich und u. a. als TV- Moderater von "Herzblatt" (1993- 1997) und "Nix is fix" sowie als Musical- Sänger ("Chicago") zu sehen. Ab 1997 stand Fendrich mit Wolfgang Ambros und Georg Danzer als "Austria 3" auf der Bühne, drei Alben und zahlreiche gefeierte Auftritte waren das Ergebnis der Kooperation der drei Austropop- Größen.

Auch im neuen Jahrtausend war Fendrich im TV zu sehen (u. a. bei der "Millionenshow", noch unter dem Titel "Alles ist möglich - Die 10- Millionen- Show"). 2002 wurde sein letztlich weit hinter den Erwartungen gebliebener Musical- Erstling "Wake Up" (geschrieben gemeinsam mit Harold Faltermeyer) uraufgeführt, bei dem Fendrich auch mitspielte.

Von der "Strada del Sole" an die "Playa de Mallorca" ging es in Fendrichs Privatleben. Nach der medial ausgeschlachteten Trennung (zu Jahresbeginn 2003) und Scheidung (zu Jahresbeginn 2004) von Andrea Fendrich, die seit 1996 auch das Management ihres Gatten geführt hat, lebte der Sänger auf einer Finca auf Mallorca. "Meine Verwunderung war insofern groß, dass meinem Privatleben fast eine Lennon- artige Aufmerksamkeit zuteil wurde", schilderte Fendrich in einem Interview die damalige Aufregung. Aber auch der Sänger selbst löste manchmal mit Details aus seinem Privatleben Erstaunen aus. So hatte er etwa im Jänner 2006 bei mehreren Medienauftritten seiner Schwiegermutter nach 17 Jahren den tragischen Tod seiner Tochter Theresa angelastet.

Trennungen und Prozesse

Auch vor seiner Scheidung hat es für Fendrich schon eine Trennung gegeben, die vor Gericht geendet hat: Mit seinem langjährigen Manager hat sich der Sänger 1996 überworfen, später trat Fendrich als Zeuge im Steuer- Prozess gegen diesen auf. Ursprünglich war auch Fendrich im Visier der Finanz gestanden, hat sich in Folge aber selbst angezeigt und in einer Vereinbarung mit der Finanz auf eine "Nachzahlung" geeinigt. In einem Nachspiel zu einer vor Jahren für mediale Aufregung sorgenden ebenfalls stattgefundenen Gerichts- Affäre hat Fendrich Anfang Februar dieses Jahres durch die Zahlung einer Geldbuße nun eine Strafverfolgung wegen falscher Zeugenaussage per Diversion abgewendet.

Fendrich heimste im Lauf seiner Karriere zahlreiche Gold- und Platin- Auszeichnungen, mehrere "Amadeus Awards", den "World Music Award", einen "Romy" als bester Showmaster und den Preis der deutschen Schallplattenkritik ein.

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