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23.07.2017 - 19:34
Foto: face to face

Beatty mit Oscar- Patzer wieder im Rampenlicht

30.03.2017, 11:06

Durch seinen berüchtigten Oscar- Patzer wurde Warren Beatty wieder ins Rampenlicht geschubst. Bei der Gala verkündete er gemeinsam mit Faye Dunaway den falschen Oscar- Gewinner für den besten Film. Beatty, der am 30. März 80 Jahre alt wurde, hat erstaunliche Spuren in der Filmlandschaft hinterlassen.

Der Schauspieler, Produzent, Regisseur und Drehbuchautor hatte den Namen zwar richtig gelesen, aber den falschen Gewinner- Umschlag in die Hand gedrückt bekommen. Der Patzer wird ihm noch lange in Erinnerung bleiben.

Warren Beatty in "Rules Don't Apply"
Foto: CapFSD, face to face

Sein Herzensprojekt: "Regeln spielen keine Rolle"

Beatty ist nach wie vor im Filmgeschäft aktiv. Nach fast 20- jähriger Regie- Pause brachte er erst im November die Drama- Komödie "Regeln spielen keine Rolle" ins Kino - als Regisseur, Autor, Produzent und Darsteller. Sein Herzensprojekt über den exzentrischen Milliardär Howard Hughes hatte er über Jahrzehnte geplant.

Warren Beatty, Lilly Collins und Alden Ehrenrecih in "Rules Don't Apply"
Foto: Walker, face to face

Die Story spielt im Hollywood der 1950er Jahre, als Hughes eine junge Schauspielerin (Lily Collins) unter Vertrag nimmt, die sich in ihren Chauffeur (Alden Ehrenreich) verliebt. Zur prominenten Besetzung gehören auch Annette Bening, Alec Baldwin, Martin Sheen, Ed Harris und Oliver Platt. Doch an den US- Kinokassen und bei den Kritikern konnte Beatty mit seinem Werk nicht landen.

Warren Beatty und Ehefrau Annette Bening
Foto: Hollywood Picture Press, face to face

14 Mal für den Oscar nominiert

Beatty hat in seinem Leben schon reichlich Trophäen gesammelt. 14 Mal wurde er für einen Oscar nominiert, einmal mit Happy End: 1981 erhielt er den Regiepreis für das Revolutionsdrama "Reds". Bei der Gala im Jahr 2000 gab es noch einen Ehren- Oscar für sein Lebenswerk dazu. Er ist der einzige Filmschaffende neben Orson Welles, der im selben Jahr für vier Oscars nominiert wurde - und das gleich zweimal: Für "Der Himmel soll warten" (1978) und "Reds", als Regisseur, Produzent, Darsteller und Drehbuchautor.

Warren Beatty in dem Film "Dick Tracy"
Foto: Hollywood Picture Press, face to face

Ein wahrer "Profi"

Als Beatty 2008 den Lebenswerk- Preis vom "American Film Institute" erhielt, nannte sein Freund Jack Nicholson ihn einen "Profi" und scherzte: "Wie sonst kann man einen Typen nennen, der mehr Preise gewonnen hat, als er Filme gedreht hat?".

Vor seinem neuen Film "Regeln spielen keine Rolle" hatte Beatty lange pausiert. Als Schauspieler war er 2001 an der Seite von Diane Keaton in der Ehe- Komödie "Stadt, Land, Kuss" zu sehen, die letzten Regiearbeiten waren "Dick Tracy" (1990) und die Politsatire "Bulworth" (1998), in der er auch die Hauptrolle spielte.

Warren Beatty und Diane Keaton in "Town and Country"
Foto: Moviestore Collection, face to face
Warren Beatty in dem Film "Dick Tracy"
Foto: CapFSD, face to face

Die Rolle des Familienvaters

Dafür war er als Familienvater und Ehemann umso mehr eingespannt. Seine Ehe mit Annette Bening (58, "Bugsy") und die vier gemeinsamen Kinder seien das Beste, was ihm je passiert sei, sagte Beatty im vergangenen November in der "Today"- Show des US- Senders NBC. Seine späte Heirat mit der Schauspielkollegin im Jahr 1992 - er war 54 Jahre alt - kam damals überraschend. Allerdings nicht für ihn selbst, wie Hollywoods einstiger Frauenheld verriet. "Ich habe nie versucht, das Heiraten zu vermeiden, ich habe nur versucht, eine Scheidung zu vermeiden."

Warren Beatty und Ehefrau Annette Bening in dem Film "Love Affair"
Foto: Moviestore Collection, face to face

Das Paar hat vier Kinder im Alter von 16 bis 25 Jahren. Ihr ältester Sohn begann mit 14 Jahren eine Geschlechtsumwandlung - aus Kathlyn Elisabeth wurde Stephen Ira. "Er ist ein Revolutionär, ein Genie - mein Held", schwärmte der Vater im vorigen Oktober im Interview der Zeitschrift "Vanity Fair".

Warren Beatty, Annette Bening, Ella Bening
Foto: AUG, face to face

Die frühen Jahre

Als Sohn einer Schauspielerin und als jüngerer Bruder des Filmstars Shirley MacLaine war Beattys Weg zur Bühne vorgeschrieben. Nach der Schauspielschule in New York und ersten Auftritten am Broadway wurde er 1961 von dem legendären Regisseur Elia Kazan neben Natalie Wood für den Film "Fieber im Blut" verpflichtet. Spielte er in seinem Leinwanddebüt einen sexuell verklemmten Jugendlichen, so war es abseits der Dreharbeiten umgekehrt, wie Wood, Leslie Caron, Julie Christie, Diane Keaton, Jane Fonda, Madonna und viele andere Kolleginnen bestätigen können.

Warren Beatty und Faye Dunaway in "Bonnie and Clyde"
Foto: Hollywood Picture Press/face to face
Warren Beatty und Faye Dunaway in "Bonnie and Clyde"
Foto: CapFSD, face to face

In "Bonnie und Clyde" glänzten Beatty und Faye Dunaway als gerissenes Ganovenpaar. Der für die 60er Jahre ungewöhnlich brutale Gangsterstreifen holte den Oscar als bester Film. Mit "Reds" ließ er sich erneut auf ein aufwendiges und mutiges Hollywood- Projekt ein, das mit drei Oscars und viel Lob bedacht wurde. Doch er musste auch einstecken: Mit der Filmkomödie "Ishtar" (1987), einem dem teuersten Flops der Filmgeschichte, landete er unrühmlich im Guinness Buch der Rekorde.

Redaktion
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