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23.08.2017 - 19:31
Die Unglücksstelle am Donnerstag Abend: Für die Ersthelfer zeigte sich ein schreckliches Bild.
Foto: Markus Tschepp

Kleine Geschwister starben nachts im Spital

09.04.2016, 09:58

Es war die schlimmste Nacht ihres Lebens für Maria H. (34) und ihren Ehemann Alexander H. aus Golling. Die "Krone" hat bereits von dem schweren Unfall in Scheffau berichtet: Maria H. war am Donnerstag gegen 20.30 Uhr mit ihrem Peugeot Kombi auf dem Heimweg. Am Rücksitz saßen, gesichert in Kindersitzen, ihre Tochter Martina (vier Jahre) und die kleine Anita (15 Monate). Aus bisher ungeklärter Ursache geriet die Frau auf der Lammertal Straße auf die Gegenfahrbahn. Sie prallte frontal mit dem VW Polo einer Frau (61) aus Abtenau zusammen.

Nachfolgende Lenker hielten an, um zu helfen. Sie befreiten die lebensgefährlich verletzten Kinder aus dem Wrack. Der Scheffauer Bürgermeister Friedrich Strubreiter, der lang als Notfallsanitäter im Hubschrauber im Einsatz war, eilte ebenso zur Stelle wie Polizei, Rettung und Feuerwehr. "Es war fürchterlich. Zusammen mit den Laienhelfern haben wir bei den Kindern sofort mit der Herzmassage begonnen. Gott sei Dank sind auch zwei Kriseninterventions- Teams vom Roten Kreuz gekommen. Die haben sich um die verzweifelten Eltern - der Vater ist auch zur Unfallstelle gekommen - gekümmert", schildert Strubreiter. Er lobte die Zusammenarbeit der Rettungskräfte und der Laienhelfer.

Maria H. erlitt leichte Verletzungen, die Frau aus Abtenau wurde schwer verletzt. Die Rettung brachte alle Opfer ins Landeskrankenhaus. Doch dort verstarb trotz des unermüdlichen Einsatzes der Ärzte zuerst die kleine Anita und schließlich auch noch ihre Schwester Martina. Für Maria H. und ihren Mann brach eine Welt zusammen. Die beiden hatten sich so gefreut, als vor 15 Monaten, zwei Wochen vor Weihnachten, die kleine Anita das Familienglück perfekt machte. Nun sind ihre beiden Lieblinge brutal aus dem Leben gerissen worden.

Tempolimit eingehalten

Bürgermeister Anton Kaufmann aus Golling und Feuerwehrkommandant Peter Schluet bedauern das Unglück zu tiefst. Sie kennen die Familie persönlich, denn sie lebt im Gemeindehaus, in dem auch die Feuerwehr untergebracht ist. Und Marias Mann Alexander ist bei den Freiwilligen Zeugwart. Maria H. selbst arbeitet in der Gemeinde. Außerdem ist sie im Vorsitz einer Ortspartei aktiv. "Es ist sehr schwer. Zusammen werden wir das Gespräch mit der Familie suchen." Gutachter Gerhard Kronreif hat die Wracks untersucht und kam zum Schluss, dass sich beide Frauen ans Tempolimit gehalten hatten. "Jetzt untersuche ich die Autos noch technisch."

09.04.2016, 09:58
Manuela Kappes, Kronen Zeitung/red
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