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08.12.2016 - 13:00
Wilhelm B. bei seiner Rückkehr nach Wien: Zwei seiner Kameraden sind in Georgien erfroren.
Foto: Zwefo, Krone

Traurige Heimkehr nach tödlichem Drama am Berg

19.04.2015, 19:45
Tränen auf dem Flughafen Schwechat. Der Wiener Wilhelm B. und ein Alpinfreund kehrten Sonntag aus Georgien zurück. Dort hatten die beiden ihre Bergkameraden Edi und Monika verloren. Noch auf dem Airport versuchten sie, den dort anwesenden Eltern der verstorbenen Österreicherin Trost zu spenden.
Der bekannte Linzer Alpinist Edi Koblmüller war am Kasbek in Georgien auf tragische Weise mit seiner Wiener Kameradin Monika S. erfroren.  Die 59- Jährige war schon mehrmals mit dem Star- Bergsteiger aus Linz unterwegs gewesen. Sie blieb mit Koblmüller hinter den anderen zurück, die bereits abgestiegen waren, als am Berg der Sturm losbrach.

"Warum? Ist es der Monika an diesem Tag vielleicht nicht gut gegangen?", können es die Eltern der im Kaukasus verunglückten Bergsteigerin nicht fassen. Ihre Tochter war bestens ausgerüstet und eine erfahrene Alpinistin. Die zurückgekehrten Bergkameraden versuchten Sonntagmittag auf dem Flughafen Schwechat, die Fragen der Hinterbliebenen zu beantworten und sie zu trösten, doch für den Schmerz, das eigene Kind verloren zu haben, gibt es keinen Trost.

Auf der Facebook- Seite der "Bergspechte", dem von Koblmüller gegründeten Linzer Reiseveranstalter, posteten Alpinisten am Wochenende rührende Abschiedsworte. Die Leichen der beiden erfrorenen Österreicher werden voraussichtlich im Lauf der kommenden Woche überstellt werden.

"Krone": Herr B. Sie waren mit der Gruppe unterwegs und haben das Drama miterlebt. Warum waren Edi Koblmüller und eine Kameradin nicht mit der Gruppe gemeinsam unterwegs?
Wilhelm B.: Jeder geht sein eigenes Tempo. Das ist durchaus üblich.

"Krone": Wie erfahren waren die Teilnehmer?
B.: Alle sind bestens durchtrainiert und haben bereits Siebentausender bestiegen, auch die Monika.

"Krone": Wie hat man die beiden gefunden?
B.: Die Bergrettung hat sie geborgen. Sie wiesen keine Verletzungen auf. Der Edi und die Monika haben sich ein Schneeloch gegraben, so wie man es macht. Sie konnten aber nicht sehr weit graben, weil der Gletscher darunter war. Ihre Skier standen daneben, als sie gefunden wurden.

"Krone": Waren die Teilnehmer nicht warm genug angezogen?
B.: Doch, aber das Wetter war schlecht. Es wehten Böen um die 100 km/h. Der Wind macht es noch kälter. Ich trug zum Beispiel vier Lagen Handschuhe.

"Krone": Warum sind die beiden trotz extremen Schlechtwetters losmarschiert?
B.: Vielleicht war es der Ehrgeiz, den Gipfel zu erreichen.

"Krone": Hatten sie Bergführer?
B.: Ja, einen georgischen und den Edi.

19.04.2015, 19:45
Martina Münzer, Kronen Zeitung/red
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